Kleve: Essen muss Spaß machen

Kleve: Essen muss Spaß machen

Am 7. März ist der Tag der gesunden Ernährung. Was dabei beachtet werden sollte, darüber sprach RP-Redaktionsmitglied Guido Schwartges mit Sportlehrerin und Ernährungsberaterin Uschi Hellmann-Althoff.

Was sollte man bei der Ernährung grundsätzlich beachten?

Uschi Hellmann-Althoff Jetzt erwarten die Leser wahrscheinlich die Standardantwort: Die Ernährung sollte ausgewogen, vielseitig sein, fettarm – aber nicht fettlos, vollwertig, mindestens viermal Obst- und Gemüse,Rohkost, Salat pro Tag, ausreichend trinken. Für mich sind aber andere Dinge genauso wichtig. Satt Essen, regelmäßig über den Tag verteilt essen mit bewussten Essenspausen von drei, besser vier Stunden. Mit Muße und Genuss essen ist ein ganz wesentlicher Punkt, der in unserer hektischen Zeit viel zu kurz kommt. Essen muss Spaß machen und nicht von Kalorienzählen bestimmt werden.

Was sollte man meiden?

Hellmann-Althoff Erwarten Sie jetzt den gehobenen Zeigefinger mit den Verboten? Bekommen Sie von mir nicht! Was ich in der Ernährung sehr kritisch sehe, sind die Masse an Fertigprodukten, die uns das Kochen und die Zubereitung von Speisen abnehmen sollen. Das ist Essen ohne Genuss mit viel Aromen, Geschmacksverstärkern, Einheitsgeschmack, versteckten Fetten und Zucker. Das sollten wir meiden. Ein Beispiel dafür: 150 Gramm Erdbeerjoghurt enthalten gerade mal eine Erdbeere, der Rest sind Aromen und Geschmacksverstärker und zwischen 14-18 Gramm Zucker. Das ist für mich kein Genuss.

Worauf muss man beim Fasten in der Fastenzeit achten?

Hellmann-Althoff Fasten wird sehr kontrovers diskutiert. Es gibt Befürworter und natürlich Gegner und jeder hat seine Argumente. Ich stehe dem Fasten kritisch gegenüber, weil viele Menschen es als Weg zur schnellen Gewichtsabnahme sehen. Bei einer einwöchigen Fastenkur kann man 5-6 Kilogramm verlieren, das sind aber nicht 5 Kilogramm Fett, sondern vor allem Muskeln, der Ort, wo die Fettverbrennung stattfinden soll. Wenn man dann mit alten Ernährungsgewohnheiten weitermacht, ist der Jo-Jo-Effekt programmiert. Fasten bringt nur was für die Figur, wenn es im Kopf klick macht und das Fasten als Einstieg in eine andere Form der Ernährung gesehen wird.

(RP)