Niederrhein: Erzbischof aus Uganda wirbt für Misereor

Niederrhein : Erzbischof aus Uganda wirbt für Misereor

Anlässlich der Fastenaktion 2014 ist der Erzbischof John Baptist Odama aus Uganda im Bistum Münster zu Gast. Der afrikanische Geistliche wird auch am Niederrhein Vorträge halten und mit Gläubigen diskutieren.

Einen "wahrhaftigen Skandal" — so hat Papst Franziskus vor den Vereinten Nationen die Tatsache bewertet, dass Millionen Menschen hungern, obwohl genug Nahrungsmittel produziert werden. Mit seiner Fastenaktion 2014 unter dem Leitwort "Mut ist, zu geben, wenn alle nehmen" regt das Bischöfliche Hilfswerk Misereor zum Nachdenken über gerechte Verteilung und den eigenen Lebensstil an.

Erzbischof John Baptist Odama aus Uganda. Foto: NN

Im Bistum Münster wird anlässlich der Fastenaktion Erzbischof John Baptist Odama aus Uganda, dem diesjährigen Partnerland der Aktion, zu Gast sein. Das Referat Weltkirche des Bistums bietet mehrere Gelegenheiten zur Begegnung mit dem Erzbischof an — auch am Niederrhein.

Zunächst wird der Erzbischof aus Uganda am Dienstag, 11. März, ab 19 Uhr bei der Ökumenischen Passionsandacht in der evangelischen Kirche in Xanten einen Impuls gestalten. Ab 19.30 Uhr ist im Haus Michael in Xanten ein Vortrag mit anschließender Diskussion geplant.

Am Mittwoch, 12. März, predigt John Baptist Odama ab 18 Uhr beim Gottesdienst in St. Mauritz Münster. Auch hieran schließen sich Vortrag und Diskussion im Pfarrheim St. Mauritz an. Ebenfalls Vortrag und Diskussion mit Erzbischof Odama stehen am Freitag, 14. März, ab 19.30 Uhr im Pfarrheim St. Martini in Münster auf dem Programm. Am Sonntag, 16. März, kommt der Misereor-Gast um 9.30 Uhr zu einem Gottesdienst, in dem er predigen wird, in die Kirche Christ König in Marl. Ab 10.30 Uhr sind dort Interessierte zu dem Vortrag und einem Gespräch im Pfarrheim Christ König willkommen.

Auf alle, die Erzbischof Odama begegnen, warten interessante Gespräche. Der 66-Jährige war drei Jahre lang Bischof der Diözese Nebbi , bevor ihn Papst Johannes Paul II. 1999 zum Erzbischof der Diözese Gulu in Uganda ernannte. Derzeit ist Odama Vorsitzender der ugandischen Bischofskonferenz.

Vor allem während des 20 Jahre dauernden Bürgerkrieges in Uganda engagierte er sich nachdrücklich für Frieden und Versöhnung. Unter anderem verbrachte er drei Nächte mit Nachtpendlern — Kinder, die vor der Zwangsrekrutierung als Kindersoldaten nachts in die Stadt Gulu flohen — unter freiem Himmel, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Der Erzbischof trat außerdem als Hauptredner bei Friedenskonferenzen in den USA, Kanada, Japan, Belgien, Großbritannien und Deutschland auf. In Briefen wandte er sich an den damaligen US-Präsidenten George W. Bush sowie an die englische Königin. Gegenüber dem ugandischen Präsidenten setzte er sich dafür ein, den Bürgerkrieg durch Dialog, Vergebung und Versöhnung zu beenden.

Mit gutem Grund: Allein in Odamas Diözese waren den Auseinandersetzungen zwischen 1986 und 2006 rund 100 000 Menschen zum Opfer gefallen und einige 10 000 Kinder entführt worden. Erzbischof Odama wirkte mit am erfolgreichen Abschluss der Friedensverhandlungen. Für seine Friedensarbeit erhielt er mehrere Preise, unter anderem im Jahr 2012 den Friedenspreis von World Vision International.

Über dieses Engagement, vor allem aber auch über die Situation in Uganda, über den Kampf gegen den Hunger und dessen Ursachen, wird Erzbischof John Baptist Odama berichten. Alle Interessierten sind zu den Gottesdiensten und Begegnungen eingeladen.

(RP)
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