Kleve: Erinnerungen an Ameland

Kleve : Erinnerungen an Ameland

Mit ihrer Mobilen Redaktion war die Rheinische Post gestern auf dem Fischmarkt unterwegs. Das Thema: 90 Jahre Freundschaft mit Ameland. Interessante Gesprächspartner und spannende Geschichten lockten viele Passanten an.

Wie eng die Verbindung zwischen der niederländischen Ferieninsel Ameland und der Stadt Kleve wirklich ist, machten am gestrigen Donnerstag zahlreiche Passanten deutlich. Die meisten Besucher der Mobilen Redaktion der Rheinischen Post am Fischmarkt hatten eine Geschichte parat und erzählten, was sie mit der Nordseeinsel verbindet. RP-Redakteur Helmut Vehreschild führte durch das zweistündige Programm und kam mit vielen interessanten Menschen — aus den Niederlanden ebenso wie aus Kleve — ins Gespräch.

Ulrike Michels entdeckte sich auf einem der alten. Foto: Gottfried Evers

"Ich bekomme noch heute eine Gänsehaut, wenn ich an diese tolle Zeit zurückdenke", sagte Ulrike Michels (43) mit Blick auf die Fotowand. "Hier bin ich sogar auf einem Bild zu sehen." Seit ihrem vierten Lebensjahr reiste sie zweimal jährlich nach Ameland. "Meine Eltern waren dort Lagerleiter und haben mich immer mitgenommen", erinnert sie sich. Dieses Vergnügen wird am Samstag auch der zehnjährigen Lina zuteil. "Ich bin zum ersten Mal dort im Ferienlager und freue mich schon auf das Minigolfen und den Strand." Ein gutes Jahr hat sie sich für ihre erste Reise nach Ameland ausgesucht, denn in diesem Jahr feiern Kleve und Ameland 90 Jahre Sommertouren auf die Insel.

Hans und Elfriede Verhoeven sahen sich die Bilder mit Enkelin Lina an. Die Zehnjährige fährt am Samstag zum ersten Mal nach Ameland (Bild links). RP-Redakteur Helmut Vehreschild moderierte an diesem Tag (Bild rechts). Foto: Evers, Gottfried

Doch nicht nur die Klever haben viel zu berichten, auch für Besucher aus den Niederlanden ist die Insel etwas ganz besonderes. So lernte sich das Ehepaar Margret (60) und Haye van Köningsveld (61) auf Ameland kennen und lieben. "Dabei wollte ich erst gar nicht mitreisen, denn ich hatte ein Fußballturnier", erinnert sich der Niederländer. Lutske Faber (66) heiratete vor elf Jahren sogar dort. "Ich mache dort seit 38 Jahren Urlaub und wollte daher auch dort meine Ehe schließen", so die Besucherin aus Zotphen (NL).

Bei Kaffee und Küchlein hielten die Passanten nicht nur mit dem RP-Redakteur, sondern auch mit Bürgermeister Theo Brauer und denjenigen ein Pläuschchen, die am Sonntag an Bord des historischen Plattbodenschiffes "Res Nova" nach Ameland übersetzen werden. Metzgermeister Lothar Quartier war einer von ihnen, und er verriet: "Ich bin schon sehr aufgeregt. Ich habe keinerlei Schiffserfahrung — außer mit dem Ruderboot." Zusammen mit dem Küchenchef des Rilano Hotels Cleve, Andre Krake, sorgt er dafür, dass die Mitreisenden nicht verhungern. "Das wird auch für mich eine ganz neue Erfahrung, auf einem Schiff zu kochen und nicht wie sonst in der Küche", so Krake. Das Schiff liegt bereits jetzt im Millinger Hafen und kann dort bestaunt werden.

Beim Thema Kochen wurde Hans Gossen hellhörig. "Meine Frau hat zwölf Jahre lang als Ehrenamtliche die Küche in einem der Ferienlager auf Ameland geleitet", erzählte er stolz und fügte hinzu: "Und unsere beiden Söhne waren Betreuer."

Nicole Hoiman war die vergangenen Wochen "virtuell" auf Ameland: "Unsere Kinder sind im Ferienlager. Im Internet können wir alle ihre Aktivitäten verfolgen, da sie jeden Tag Berichte veröffentlichen." Bald kommen Leon (9) und Celine (11) zurück. Erfahrungsgemäß gibt es dann noch viel zu erzählen.

Mehr Bilder gibt es im Internet unter www.rp-online.de/kleve

(RP/ac)