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Kleve: Erfolgreiche Zeitungsmacher

Kleve : Erfolgreiche Zeitungsmacher

Die Schülerzeitung „notenfrei“ der Kellener Realschule hat beim Bundeswettbewerb „Jugendpresse Deutschland“ den zweiten Platz erreicht. Jugendthemen wie Beziehungskrisen im Blatt. Die Ideen kommen beim Aufstehen.

kleve-kellen Freitagabend. Üblicherweise verbringe ich diesen mit den Jungs. Endlich mal wieder so richtig einen drauf machen. Ausschließlich Männer. Keine Frauen. So beginnt der Artikel von Michael Verfürden über eine Beziehungskrise. Der ehemalige Zehntklässler der Realschule Kellen ist ein guter Schreiber im Journalistenteam der Schülerzeitung „notenfrei“. Überhaupt sind die 28 jungen Redaktionsmitglieder pfiffig in der Themenauswahl, beim Verfassen der Artikel und bei der Seitengestaltung. Das hat auch die „Jugendpresse Deutschland“ erkannt. Beim Schülerzeitungswettbewerb der Bundesländer belegte „notenfrei“ bei den Klassen 9 und 10 in der Kategorie „Beste Schülerzeitung“ den zweiten Platz.

Die Schokoladenseite von Lehrer Dicks, die Sommermode 2008 oder das Hairstyle für den Sommer samt peppigen Bildern. Besonders auffällig sei der kreative Umgang mit „schul- und jugendrelevanten Themen“. „Sie wurden in journalistischer Vielfalt aufbereitet und spielerisch umgesetzt und schafften dadurch entsprechende Leseanreize“, betonte NRW-Staatssekretär Günter Winands bei der Preisverleihung in Berlin. Die Schülerinnen Anna Thissen und Lea Wormann bekamen 500 Euro vom Bundesratspräsidenten Ole von Beust.

150 Euro vom Förderverein

Und 150 Euro gab’s noch vom Förderverein der Schule drauf. „Die Summe wird für ein besseres Computerprogramm ausgeben“, sagte gestern Helga Diekhöfer bei einer kleinen Feier in der Kellener Realschule. Die Konrektorin und Lehrerin Valérie Vauzanges hatten die beiden Jungredakteure in die Bundeshauptstadt zur Siegerehrung begleitet. Beide helfen den Schülern bei der Arbeit in der Freizeit. „Man steht morgens auf und hat eine Idee“, so Chefredakteurin Luisa Braam, wie die Journalisten häufig an die Themen kommen. Sie schuftet mit Gina Fürtjes, ebenfalls Chefredakteurin, bis in den Samstagabend hinein, damit die nächste Ausgabe für einen Euro pünktlich viermal im Jahr an die Mitschüler verkauft werden kann.

Die beiden Leiterinnen korrigieren die Artikel und sprechen in der Redaktionskonferenz mit den Kollegen über die Themen. Zwar liest Lehrerin Helga Diekhöfer nochmals die Berichte. „Aber es gibt kaum Fehler“, lobt die Konrektorin die jungen Journalisten. Die Arbeit im Team stärke die Sozialkompetenz der Jugendlichen, weil Eigenverantwortlichkeit und Zuverlässigkeit Voraussetzungen für die Produktion des Blattes seien, hebt Diekhöfer das Erlernen wichtiger Tugenden fürs Berufsleben hervor.

Schreiben und die Gruppenarbeit geben der Redaktionstruppe einen Kick, wie die Zeitungsmacher betonen. Und eins reizt die Nachwuchs-Journalisten ganz besonders. „Wir haben Meinungsfreiheit“, sagt Marcel van Aken über die gelebte Demokratie der Jugendlichen bei „notenfrei“.

(RP)