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Entpflichteter Pfarrer in Bedburg-Hau: Kein Verfahren für die Staatsanwaltschaft

Gemeinde Heiliger Johannes der Täufer : Kein Strafverfahren gegen entpflichteten Pfarrer aus Bedburg-Hau

Die Staatsanwaltschaft Kleve wird im Fall des freigestellten Pfarrers keine Ermittlungen aufnehmen. Wie es personell in der Gemeinde in Bedburg-Hau weitergeht, ist noch offen.

von Julia Lörcks

Gegen den in der Gemeinde Heiliger Johannes der Täufer entpflichteten Priester wird kein Strafverfahren eingeleitet. Oberstaatsanwalt Günter Neifer sagte: „Die Aufnahme von Ermittlungen wird abgelehnt.“ Der Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte, dass mehrere erhobene Vorwürfe wie etwa Beleidigung oder Nachstellung in rechtlicher Hinsicht abgearbeitet wurden. „Wir sehen hier keinen Anfangsverdacht.“ Drei Strafanzeigen waren gegen den Geistlichen gestellt worden. Eine seitens des Bistums Münster sowie zwei von Privatpersonen. Diese wurden zusammengefasst. Es bleibe jedoch abzuwarten, ob alle Beteiligten mit der Entscheidung einverstanden seien oder nicht eine Beschwerde dagegen eingereicht werde, so Neifer. Gemeindepfarrer Theo Kröll, dem sich die Betroffenen anvertraut hatten, zeigte sich überrascht von der Entschluss: „Das kann ich nicht nachvollziehen. Hier hat jemand sein Amt missbraucht.“

Das Bistum Münster hatte gegen den Geistlichen Anzeige wegen „unangemessenen Verhaltens“ mit sexuellem Hintergrund erstattet. Die sich damit jetzt erledigt hat. Was jedoch jetzt beginnt, sind „innerkirchliche Untersuchungen“ wie Stephan Kronenburg, Pressesprecher des Bistums, erklärte. „Wir warten bewusst ab, wie die Staatsanwaltschaft entscheidet, bevor wir aktiv werden“, sagte der Sprecher. Der Priester bleibt bis auf weiteres vom Dienst freigestellt.

Wie berichtet, hatte das Bistum den Leitenden Pfarrer am 10. Dezember mit sofortiger Wirkung vom priesterlichen Dienst freigestellt und Strafanzeige erstattet. Grund dafür waren unangemessene SMS-Nachrichten, die er an einen Fast-Volljährigen und zwei 19-Jährige geschickt habe. Und zwar nicht zum ersten Mal: So kam es bereits 2006 zu sexuellen Annäherungen an einen Erwachsenen. Damals war der Mann Pfarrer in Ottmarsbocholt (Senden). Außerdem sei es 2011 in Kevelaer zu für einen Priester unangemessen Kontakten durch den Austausch elektronischer Nachrichten mit sexuellem Inhalt gekommen. In der Marienstadt ging es um zwei Männer. Der Priester hatte daraufhin eine Therapie gemacht. Experten sahen kein erhöhtes Rückfallrisiko, so das Bistum. Deshalb bekam der Kleriker 2016 die Leitung der Bedburg-Hauer Pfarrgemeinde übertragen. Dort habe man, wie Theo Kröll versichert, von alledem nichts gewusst.

Kröll, der seit neun Jahren als Seelsorger in der Gemeinde arbeitet, wurde zum Pfarrverwalter bestellt. Er war es, der die Vorfälle öffentlich gemacht hat.