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Enkeltrick, falsche Polizisten und Co: Polizei warnt vor Betrug

Polizei warnt vor Telefon-Betrügern : Telefon-Betrüger immer dreister

Die Polizei im Kreis Kleve warnt vor verschiedenen Maschen am Telefon und per WhatsApp. Täter gehen selbst auf das Thema „Enkeltrick“ ein und versuchen, Stillschweigen von ihren Opfern zu erpressen.

Beinahe täglich kommt es im Kreis Kleve zu Betrugsversuchen zum Nachteil älterer Menschen am Telefon. Die Täter werden immer dreister, die Maschen sind vielfältig: Enkeltrick, falsche Polizisten, angebliche Microsoft-Mitarbeiter. Besonders häufig wird mittlerweile die Masche der Schockanrufe genutzt, bei denen der Anrufer sich als Polizist oder Staatsanwalt ausgibt. „Oftmals kombinieren die Täter sogar verschiedene Vorgehensweisen um Druck auszuüben und ihr Opfer zu überzeugen“, sagt Christina Pitz von der Klever Polizei.

Häufig behauptet der Anrufer, dass ein naher Verwandter einen tödlichen Unfall verursacht hat. Besonders perfide: Der vermeintliche Polizist übergibt das Telefon an eine weitere Person, bei der es sich angeblich um den Verwandten handeln soll. Diese Person klingt weinerlich, verzweifelt und fleht um Hilfe.

Banken sensibilisieren ihre Kunden, die Verbraucherzentralen geben Hinweise, die Polizei warnt. Und trotzdem sind die Täter immer wieder erfolgreich. Da es zahlreiche Warnungen zu den gängigen Betrugsmaschen gibt, betonen die Betrüger im Gespräch mehrfach, dass es sich nicht um einen Betrugsversuch oder einen Enkeltrick handelt.

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Meist rufen die Täter ihre Opfer auf dem Festnetztelefon an und fordern sie auf, mit dem Mobiltelefon ein weiteres Gespräch mit ihnen aufzubauen. „So erreichen die Betrüger, dass das Opfer zu diesem Zeitpunkt für Verwandte und Bekannte, die den Betrug vorzeitig aufdecken könnten, nicht erreichbar ist“, sagt Pitz. Hinzu kommt, dass die Täter Verschwiegenheit gegenüber Außenstehenden von den Angerufenen verlangen.

Die Betrüger üben durch diese Vorgehensweise massiven verbalen und psychischen Druck auf ihr Opfer aus, so dass der oder die Angerufene den Betrügern Glauben schenkt. Neben dem hohen finanziellen Schaden, der bei erfolgreichen Betrügereien eintritt, haben die Opfer oft noch lange an den Folgen der Telefonate zu leiden. „Auch wenn es nicht zu einer Geldübergabe kommt, hinterlassen die Gespräche nachhaltigen Eindruck bei den Opfern, der im schlimmsten Fall durchaus Auswirkungen auf die Psyche haben kann“, sagt Pitz.

Die Polizei rät: Wenn jemand am Telefon oder per WhatsApp um Geld bittet oder nach finanziellen Verhältnissen fragt, ist Misstrauen angebracht. Geld oder Wertgegenstände sollten nicht an unbekannte Personen übergeben werden. Kommt einem ein Anruf verdächtig vor, soll man sofort die Polizei unter 110 informieren – und, wenn möglich, auch Verwandte.

Ein Appell der Polizei richtet sich auch an jüngere Angehörige: Sie können die Eltern, Großeltern und ältere Verwandte über die Maschen der Betrüger aufklären. „Vereinbaren Sie innerhalb der Verwandtschaft eine Frage oder ein Passwort für Telefonate, um Betrugsversuche erkennen zu können“, sagt Christina Pitz. Hier ein Überblick der gängigen Maschen:

Schockanrufe Die Anrufer schildern, dass ein Verwandter (häufig Sohn oder Tochter) einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hat. Um lange Haftstrafen zu verhindern, soll sofort Geld an einen Geldboten der Staatsanwaltschaft gezahlt werden. In abgewandelten Szenarien wird von einer Corona-Infektion gesprochen und die Anrufer erzählen, sie bräuchten Geld oder Medikamente für eine Behandlung .

Enkeltrick Die Täter erwecken den Eindruck, ein naher Verwandter (meistens Enkel, Enkelin, Neffe oder Nichte) oder guter Bekannter zu sein. Sie täuschen eine finanzielle Notlage vor und bitten kurzfristig um Geld. Angerufenen wird gesagt, sie sollen mit niemandem über den Anruf sprechen.

Falsche Polizisten Die Anrufer geben sich als Polizisten aus und warnen vor einem geplanten Einbruch. Geld und Schmuck seien Zuhause nicht mehr sicher. Bei der Bank würden Mittäter der Einbrecher arbeiten und auch dort sei das Vermögen in Gefahr.

Gewinnversprechen Die Betrüger versprechen am Telefon hohe Gewinne. Vor einer Gewinnübergabe werden Betroffene aufgefordert, „Bearbeitungsgebühren“ zu zahlen oder Prepaid-Karten für Online-Käufe zu kaufen.

Falsche Microsoft-Mitarbeiter Das Telefon klingelt und jemand bietet ungefragt technische Unterstützung für Laptop, Computer oder Tablet an. So wollen sich die Täter Zugriff auf den PC, Online-Banking oder das PayPal-Konto verschaffen.

Betrug per WhatsApp Ein angeblicher Angehöriger (Sohn oder Tochter) meldet sich mit einer unbekannten Nummer über den Messenger-Dienst und gibt an, das Handy sei defekt. Dann werden Opfer gebeten, eine Überweisung an Dritte zu tätigen, da der Angehörige aktuell angeblich kein Zugriff auf das Online-Banking habe.