Elf Stunden Tanz beim Tunier der Flying Familli in Materborn

Tanzturnier in Materborn : 700 Tänzerinnen beim Familli-Turnier

Zum 23. Mal fand am Samstag das große Tanzturnier in der Materborner Mehrzweckhalle statt. Elf Stunden Tanz standen in vier Altersgruppen und drei Disziplinien auf dem Programm. Fortsetzung folgt am 14. März 2020.

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, sang der Karnevalsbarde Jupp Schmitz 1953. Wenngleich der Liedtitel mittlerweile zum geflügelten Wort im Karneval geworden ist, so stimmt er doch nur bedingt.

Denn für die Tanzgruppen und Solotänzerinnen der Karnevalsvereine ist am Aschermittwoch noch längst nicht Schluss. Auf den Straßen- und Sitzungskarneval folgen die Tanzturniere, so auch das große Freundschaftsturnier der Klever Karnevalsgesellschaft Flying Familli, das am vergangenen Samstag zum 23. Mal stattfand.

Groß war der Andrang in der Materborner Mehrzweckhalle schon am frühen Morgen. Elf Stunden Tanz standen in vier Altersklassen und drei Disziplinen (Show-, Garde- und Solotanz) auf dem Programm. Über viele Monate hatten die Gruppen und Solomariechen ihre Choreografien einstudiert, vor dem großen Auftritt in der Mehrzweckhalle nutzten die Tänzer jeden freien Raummeter, um sich nochmal zu dehnen und die einzelnen Schritte zu proben. Und auch Kostüm und Maske wollten gut vorbereitet sein.

Denn neben den vielen Freunden und Verwandten der Aktiven, die die Mehrzweckhalle bis auf den letzten Platz füllten, schaute auch eine Jury zu und vergab Noten nach strengen Kriterien: Aufmarsch, Musik, Gesamtbild, Präsentation, Haltung, Ausstrahlung, Schrittvielfalt und Choreographie flossen in die Gesamtwertung ein. „Viele sind vor dem Auftritt aufgeregt, denn sie haben das ganze Jahr trainiert. Ein Turnier ist ja schon nochmal etwas anderes, als eine Karnevalssitzung ohne Jury“, sagt Delia Hasenpusch, die das Turnier zusammen mit ihrem Mann Michael Hasenpusch leitete.

Trotz Wettkampfcharakter stehe beim Freundschaftsturnier der Flying Familli der Spaß im Vordergrund, sagt Delia Hasenpusch. Deswegen legt der ausrichtende Verein viel Wert darauf, dass keine sogenannten Verbandstänzer teilnehmen, die auch auf großen Meisterschaften antreten. „Uns ist wichtig, dass die Teilnehmer ungefähr das gleiche Niveau haben“, erklärt Delia Hasenpusch.

Viel Mühe haben sich nicht nur Tänzerinnen und Trainerinnen wieder gegeben, sondern auch die Ehrenamtlichen der Flying Familli. „Es wirken bestimmt 100 Aktive mit“, schätzt Michael Hasenpusch. Im November starteten die Vorbereitungen – von der Turnierorganisation über den Aufbau bis hin zur Verpflegung reichen die Aufgaben beim großen Turnier.

Ein ehrenamtlicher Aufwand aber, der sich jedes Jahr wieder lohnt, findet Delia Hasenpusch. Denn neben der beachtlichen sportlichen Ertüchtigung lehre das Tanzen auch Tugenden wie Disziplin und Verantwortungsbewusstsein, sagt sie. „Die Tänzerinnen entwickeln ein Gruppenbewusstsein und lernen, gemeinsam etwas aufzubauen“, so die erfahrene Trainerin. Auch das Selbstbewusstsein der Tänzerinnen werde gestärkt, und natürlich entstehen viele Freundschaften nicht nur vereinsintern, sondern auch zu anderen Vereinen. So hat die Familli beispielsweise Freundschaften mit Tanzgruppen aus Aachen geschlossen, welche die weite Anreise nach Materborn am Samstag nicht scheuten.

Insgesamt 74 Choreografien wurden am Samstag von insgesamt mehr als 700 Tänzerinnen und auch ein paar Tänzern dargeboten. Bei den Teilnehmern und Besuchern kam das traditionelle Freundschaftsturnier der Flying Familli wieder sehr gut an.

Die Fortsetzung ist bereits terminiert: Am Samstag, 14. März 2020, soll die Bühne der Mehrzweckhalle wieder beben.

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