Kreis Kleve Eine Stimme für die Schüler

Kreis Kleve · Zu Beginn des neuen Schuljahres werden die neuen Schülersprecher gewählt. Damit erhalten die Schüler eine Chance, das Schulleben aktiv mitzugestalten. Neue und alte Schülersprecher erzählen von ihren Erfahrungen.

Sandra Smolarczyk ist gerade zur Schülersprecherin an der Kevelaerer Hauptschule gewählt worden. "Dieses Jahr wird nicht so viel für dich anfallen", beruhigt sie Larissa Martens. Ihre Klassenkameradin aus der 10 A2 hatte das Amt zuletzt inne. Sie hätte sich auch gerne ein zweites Mal aufstellen lassen, so gut hat ihr die Aufgabe gefallen. "Toll ist, dass man als Schülersprecher einen Einblick erhält, wie Lehrer arbeiten." Ihr habe es auch nichts ausgemacht, wenn Konferenzen bis in den Nachmittag hinein dauerten.

Als Schülersprecherin war sie bei den Schulkonferenzen stimmberechtigt. In denen wird unter anderem über die Haushaltsplanung oder Änderungen im Schulprogramm abgestimmt. "Ich freue mich schon auf die Arbeit – mit Lehrern und Schülern", sagt auch die neu gewählte Sandra Smolarczyk. Schülersprecher sind nämlich das Bindeglied zwischen den Lehrern, dem Schulleiter und den Schülern.

Immer die Ohren offen

"Wir nehmen das Amt des Schülersprechers sehr ernst", sagt Schulleiter Ralph Lenninger. "Unsere Schülersprecher machen sehr viel auf der Beziehungsebene. Da werden zum Beispiel zu Valentinstag Geschenke verteilt. Das ist eine schöne Sache."

Auch die Schüler am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Kleve werden mit Geschenken verwöhnt. Die noch amtierende Schülersprecherin Franziska Böhmer stand zuletzt lange in der Küche, um Glückskekse für die neuen Fünftklässler zu backen. "Das ist bei uns so Tradition", sagt die 17-Jährige. Tradition sei es auch, die Abi-Rede zu halten. Aber eigentlich gehe es nicht nur um das Organisieren, sondern um das "Drumherum". "Man hat als Schülersprecher immer die Ohren offen, was man verändern kann und sollte", sagt Franziska. Ganz aktuell stelle sich an ihrer Schule die Frage, wo man die Fahrräder abstellen soll, weil ein großes Baugerüst den Platz einnimmt. Das Problem der Schüler hat sie an Schulleiter Claus Hösen weitergetragen. Der ist über das Engagement der Schülersprecherin froh. "Es ist insoweit eine Entlastung, dass man den Eindruck hat, man kann sich auf die Schülersprecherin verlassen." Regelmäßig sucht Franziska den Kontakt zu den Vertrauenslehrer, dem Hausmeister und dem Schulleiter um aktuelle Probleme zu besprechen oder Ideen weiterzugeben. Der Kontakt zu den Lehrern bringe ihr aber keinen persönlichen Vorteil, stellt Franziska klar. "Die sind im Unterricht schon weiterhin objektiv." Die Arbeit für die Schüler mache ihr aber so viel Spaß, dass sie gerne ihre Freizeit dafür opfere und schon überlege, noch einmal zu kandidieren.

Mit der Umsetzung der Ideen steht sie nicht alleine da. Die Schülervertretung aus Klassensprechern und Vertretern bildet ein Team und gibt Rückhalt. "Unsere Aufgabe als Schülervertreter sehen wir darin, den Schülern den Alltag zu erleichtern und zu verschönern. Ich glaube aber, dass vielen Schülern gar nicht bewusst ist, dass sie das brauchen", sagt Franziska.

(RP)
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