Kreis Kleve: Eine lebensrettende Kooperation

Kreis Kleve : Eine lebensrettende Kooperation

Studenten der Hochschule Rhein-Waal werden in Zusammenarbeit mit der Rettungsdienstschule intellexi GbR, der Praxisklinik Kleve und dem St. Willibrord-Spital Emmerich zu Rettungshelfern ausgebildet. Ein echtes Vorzeigeprojekt.

Es ist eine Situation, in der Sekunden über Leben und Tod entscheiden: Wenn ein Mensch zu Boden sinkt, sofort ärztliche Hilfe benötigt. An der Hochschule Rhein-Waal ist man für solche Eventualitäten gerüstet — etwa mit mobilen Defibrillatoren in allen Gebäudetrakten. "Das Schlimmste ist aber, wenn sich keiner traut, da heranzugehen, sobald ein Notfall eintritt", sagt Dr. Michael Pelzer von der Praxisklinik Kleve.

Im Notfall helfen zu können — das ist die Idee, die hinter dem Projekt steht, das jetzt mit drei Partnern an der Hochschule Rhein-Waal realisiert wird. In Zusammenarbeit mit der Rettungsdienstschule intellexi GbR, der Praxisklinik Kleve und dem St. Willibrord-Spital Emmerich werden Studenten außercurricular zu zu Rettungshelfern ausgebildet. "Das ist ein wichtiges Thema, das mir sehr am Herzen liegt. Darum bin ich froh, dass es auf so unterschiedlichen Füßen steht", sagt Marie-Louise Klotz, Präsidentin der Hochschule. Im Rahmen der Vorlesungsreihe "Notfallmanagement und Bevölkerungsschutz" ermöglichen die Partner den Studierenden der Studiengänge "Qualität, Umwelt, Sicherheit und Hygiene" sowie "Bio Science and Health" die Ausbildung zum staatlich geprüften Rettungshelfer. Die Schulung stellt die erste Stufe der Ausbildung im professionellen Sanitäts- und Rettungsdienst dar. Der theoretische Teil findet teils als Vorlesung, teils als Wochenend-Seminar statt. "Wir sind dankbar, dass unsere Partner ehrenamtlich so viel Zeit aufwenden", unterstreicht Präsidentin Marie-Louise Klotz das Engagement der Beteiligten. "Die Ausbildung von Nachwuchskräften ist für den Rettungsdienst von essenzieller Bedeutung. Deshalb haben wir dieses großartige Projekt ins Leben gerufen", sagt auch Michael Grönheim, Leiter der Rettungsdienstschule intellexi GbR.

Nach erfolgreich bestandener Theorieprüfung folgt ein 80-stündiges Rettungswachenpraktikum und eine Urkunde als Nachweis zur Ausbildung als staatlich geprüfter Rettungshelfer. Im Verlauf des vergangenen Semesters haben bereits 20 Studenten das kostenfreie Angebot genutzt — und das mit einer durchschnittlichen Note von 1,2.

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Jeder der Beteiligten profitiert vom Angebot: Während aus Sicht der Mediziner mehr junge Erwachsene für die Arbeit als Rettungssanitäter begeistert werden können, ist die Hochschule mit Studenten versorgt, die im Fall der Fälle kompetent Hilfe leisten können. Für die Studenten hat die Ausbildung zusätzlich einen positiven Nebeneffekt: "Durch das Angebot erhalten die Studenten eine Qualifikation, die sie bei auf dem Arbeitsmarkt von anderen Bewerbern abhebt", sagt Professor Dr. Matthias Kleinke, Dekan der Fakultät Life Sciences.

Wer Gefallen an der Aufgabe gefunden hat, dem bietet sich dank der geknüpften Kontakte die Möglichkeit, im obligatorischen Praxissemester die Weiterbildung zum Rettungssanitäter anzuschließen. Student Dominik Gründler hat die Chance als Erster genutzt. "Ich war sofort begeistert von der Idee, meine theoretischen Kenntnisse durch die praktischen Erfahrungen der Notfallmedizin zu erweitern", sagt er. Somit habe sich der Student des Studiengangs "Qualität, Umwelt, Sicherheit und Hygiene" optimal auf seine berufliche Laufbahn vorbereiten können.

Geht es nach den Partnern, sollen es möglichst viele Dominik Gründler nachmachen: Sie haben jetzt einen langfristigen Kooperationsvertrag unterschrieben.

(lukra)
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