Eine Gruppe des "Stein-Gymnasiums" startet bei der Vierdaagse

Vierdaagse in Nimwegen : 5250 Kilometer bis zur Vierdaagse

20 Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums in Kleve und des Kandinsky Colleges in Nimwegen nehmen an der Vierdaagse teil. Das internationale Projekt geht bereits in die achte Runde – findet vorerst jedoch keine Fortsetzung.

Das Bild ist längst zu einer Tradition der Vierdaagse in Nimwegen geworden: Eine deutsch-niederländische Schülergruppe läuft alljährlich mit markant blauen T-Shirts und ansteckend guter Laune vorneweg. Zum achten Mal schon nimmt das Klever Freiherr-vom-Stein-Gymnasium an der Wandergroßveranstaltung teil, seit 2011 in Kooperation mit dem Kandinsky College in Nimwegen. Seit jeher wird die Gruppe angeführt von Michael Thölking, Niederländischlehrer am „Stein“-Gymnasium, und seinem Kollegen Rob Janssen. An vier Tagen muss die Gruppe jeweils 30 Kilometer zurücklegen, am kommenden Dienstag geht es los. Am Ende der Woche dann wollen die Schüler auf der berühmten Via Gladiola ihren Orden entgegennehmen. „Ich war schon im letzten Jahr dabei und fand die Atmosphäre einfach überwältigend“, sagt der 12-jährige Jan Schubert. Insgesamt werden 47.000 Wanderer aus 77 Nationen erwartet.

Nun wurde die Klever Gruppe von der Euregio Rhein-Waal empfangen. „Die Teilnahme an der Vierdaagse ist mit viel Spaß, aber auch mit einigen Blasen verbunden“, sagt Ulrich Francken, Vorsitzender der Euregio und Bürgermeister der Gemeinde Weeze. Er freue sich über das einzigartige Begegnungsprojekt, das Menschen von beiden Seiten der Grenze zueinanderbringt. „Wo man sich kennt, streitet man nicht“, sagt Francken weiter. Er war es auch, der gemeinsam mit Euregio-Geschäftsführer Sjaak Kamps Urkunden an die zwölf- bis 15-jährigen Kinder vergab. Der Grund: Schon im Zuge der Vorbereitung auf die Vierdaagse hat die Gruppe insgesamt 5250 Kilometer zurückgelegt, hinzu kommen zahllose individuell gelaufene Strecken. Zuletzt marschierte die Gruppe gar zweitägig durch die hügelige Eifel – mit Übernachtung und ohne Ausfälle. „Ihr könnt schon jetzt stolz auf euch sein. Den Härtetest in der Eifel habt ihr alle mit Bravour bestanden, daher besitzt ihr eine große Chance, die Vierdaagse zu schaffen“, sagt Thölking. Dann nämlich gilt, so sagt es der Pädagoge einem niederländischen Sprichwort nach: „Der Tod oder die Gladiolen“. Die Erfahrung lehrt, dass pro Tag 1000 Läufer ausfallen, die Quote der Schülergruppe aber ist besser – vor allem ob des Trainingsprogramms.

Voraussichtlich wird die diesjährige Gruppe des „Stein“-Gymnasiums jedoch die letzte sein. Der Grund: Bisher fand die Vierdaagse immer in der letzten Schulwoche oder der ersten Woche der nordrhein-westfälischen Sommerferien statt. Im nächsten Jahr verschiebt sich der Rhythmus deutlich. Dann wird die Vierdaagse erst in der vierten Ferienwoche stattfinden. „Wir wissen, dass eine Gruppenteilnahme dann organisatorisch nicht mehr zu stemmen ist“, sagt Thölking. Ob er selbst 2020 noch einmal mitlaufe, wolle er erst im März nächsten Jahres entscheiden. „Vielleicht ist es gut, dass man uns die Entscheidung abnimmt, wann wir mit dem Projekt aufhören sollen“, sagt Thölking. Nun will er sich allerdings auf die bevorstehenden 120 Kilometer fokussieren. In charmantem Deutsch-Niederländisch gibt Sjaak Kamps den Jugendlichen noch mit auf den Weg: „Wir sind stolz auf euch. Maak er wat van.“