Kreis Kleve: Eine Chefärztin nimmt Abschied

Kreis Kleve : Eine Chefärztin nimmt Abschied

Dr. Angelika Mosch-Messerich scheidet aus den Diensten des katholischen Karl-Leisner-Klinikums aus. 40 Jahre war sie für die Verbundkrankenhäuser tätig. Ab 1. Mai führt sie ihre Stelle als Chefärztin am Willibrord-Spital Emmerich fort.

Als Angelika Mosch-Messerich im Dezember 1973 ihren Dienst als Assistenzärztin im Wilhelm-Anton-Hospital in Goch antrat, war der Niederrhein für sie unbekanntes Terrain. Doch die Wiesbadenerin wurde schnell heimisch.

In ihrem Fachgebiet, der Inneren Medizin, war die Röntgentechnik damals noch das Nonplusultra. Der große Durchbruch kam dann in den 80ern. "Als die Computertomografie eingeführt wurde, war das eine medizinische Sensation. Das war faszinierend. Ich konnte mich von Anfang an dafür begeistern", erinnert sich die heutige Chefärztin. Und noch etwas war grundlegend anders als heute: Jedes Krankenhaus in der Region arbeitete für sich. "Der Verbund war damals noch nicht in Sicht", sagt Mosch-Messerich, die eine bekennende Anhängerin des Verbundsystems ist. Doch dazu später.

Nach ihrer Fachweiterbildung zur Fachärztin für Innere Medizin wechselte Mosch-Messerich in die Radiologie des St.-Antonius-Hospitals Kleve, wo sie im Oktober 1987 zur Oberärztin aufstieg. Ihre Berufung zur Chefärztin erfolgte im April 1993. "In dieser Zeit haben wir in Kleve bereits die Kooperation mit anderen Einrichtungen gesucht. Dazu zählte das Wilhelm-Anton-Hospital ebenso wie die Rheinischen Kliniken in Bedburg-Hau", erläutert die Medizinerin.

Im Laufe der vergangenen Jahre, nachdem sich der Krankenhaus-Verbund längst bewährt hatte, wurde Mosch-Messerich die Leitung der radiologischen Kliniken der umgebenden Krankenhäuser übertragen. Zuletzt war die Radiologin für fünf Krankenhäuser zuständig — neben den Standorten Kleve, Goch und Kevelaer des katholischen Karl-Leisner-Klinikums auch für das Willibrord-Spital in Emmerich und die LVR-Kliniken.

Das bedeutete viel Fahrerei und lange Tage für die Chefärztin. 14 bis 15 Stunden zählte ein Arbeitstag für gewöhnlich. Doch Mosch-Messerich nahm das gerne in Kauf. Der Kontakt zu den Kollegen, der fachliche Austausch waren ihr stets wichtig. Und beides wurde durch den Verbund gefördert. "Der Chef muss Präsenz zeigen", lautet ein Credo der Herzblutmedizinerin.

Sie hätte sich nie vorstellen können, einen anderen Beruf als Ärztin wählen zu können. "Medizin ist meine Leidenschaft, mein Zuhause. Der Beruf, das bin ich", sagt die 65-Jährige. Es sei ein ungeschriebenes Gesetz am Karl-Leisner-Klinikum, dass man sich in diesem Alter aus dem Dienst als Chefarzt verabschiedet. Genau das hat Mosch-Messerich gestern gemacht.

Doch Aufhören will sie noch nicht. Im Gegenteil. Mosch-Messerich will es noch mal wissen, zumindest für zwei bis drei Jahre: Nahtlos tritt sie ihre neue Stelle als Chefärztin am Willibrord-Spital Emmerich an.

"Das ist ja für mich keine unbekannte Stelle. Außerdem wär es für mich nicht infrage gekommen, nur noch auf dem Sofa zu sitzen. Von Tausend auf Null, das tut keinem gut", sagt sie.

Die Verbindung zum linksrheinischen Verbund will Mosch-Messerich nicht abreißen lassen. "Es ist gut, wenn man ihm Gespräch bleibt", betont die alte und neue Chefärztin.

Denn wer weiß, was die Zukunft noch so alles bringt. Dass Krankenhausverbünde in den heutigen Zeiten nicht die Tendenz haben, kleiner zu werden, ist Mosch-Messerich wohl bekannt.

(RP)
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