Kleve: Ein Platz fürs Rathaus

Kleve: Ein Platz fürs Rathaus

In der XOX-Fabrik stellten die Entwurfsteams die sechs Entwürfe für die Klever Unterstadt mit Rathaus vor. Die Lenkungsgruppe schlägt aus jeder Variante eines vor, der Bürger wählt bei der Eurowahl, was gebaut wird.

Der Clou kam zum Schluss: Team 6, Tchoban+Voss mit Hülsmann/Thieme Architekten aus Kleve, hatte schon die neue Ansichtskarte für Kleve parat. "Der Blick auf die wichtigsten Gebäude der Stadt", so Ekkehard Voss zum Abschluss. Mittendrin das grundsanierte, strahlende Rathaus, rechts Haus Koekkoek, geradeaus das Turmcafé mit Turm und gegenüber von Haus Koekkoek ein klassizistisch-besäultes Bürgerforum. Die Karten fanden reißenden Absatz . . .

Kein Wunder — denn für das in die Werkhalle unterm XOX-Theater umgezogene Werkstattverfahren zur Unterstadt mit Rathaus-Neubau oder Umbau oder Sanierung waren 500 Stühle aufgestellt worden. Alle waren besetzt und rundherum standen noch Bürger, die sich die kurzweiligen, mit Bildern untermalten Vorträge anhörten. Später wurde mit weiten Gesten vor den ausgehängten Plänen diskutiert. Kleves Bürger nahmen an diesem Verfahren teil. Und Kleves Bürgermeister Theo Brauer mahnte zu Recht die Politik zur Zurückhaltung: "Der Bürger soll entscheiden und die Politik sollte keinesfalls versuchen, ihn in eine bestimmte Richtung drängen zu wollen".

Die sechs Entwürfe

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Team 1 Gatermann+Schossig, Köln, mit Hannes Hermanns, Kleve: Es ist das Team der klaren drei Blocks. Das große Rathaus öffnet sich zum Wasser, bietet mit seinem Innenhof einen Platz und auf einem Ponton zum Wasser hin eine Bühne. Die drei U-förmigen Blocks öffnen sich zur Wallgrabenzone und wirken so weniger massig. Sie können sukzessive mit bis zu 19 Investoren kleinteilig aufgebaut werden. Es mischt sich Wohn- und Geschäftsnutzung. Alles soll ökologisch vorbildlich werden. Titel: "Green Building Quartier".

Team 2 Wrede Architekten, Goch/Düsseldorf, Jürgen van der Louw, Kleve: Sie rücken das Rathaus an die Wallgrabenzone. Das neue Rathaus bietet in großen Teilen des Erdgeschosses Geschäfte an. Ratssaal und Bürgerbüro sollen sich transparent zum Platz am alten Rathaus öffnen. Das alte Rathaus wird historisierend im Stil um 1845 zurückgebaut und soll Geschäftsflächen bieten. Die Grundstücke zum Kanal sind für hochwertige Wohnanlagen vorgesehen.

Team 3 GKK+Architekten, Berlin, und Werner van Ackeren, Kleve. Das Rathaus bekommt eine neue Fassade mit geraden Linien, der Ratssaal wird abgerissen und als Abschluss des Rathausplatzes neu aufgebaut. Es entstehen klare Plätze auf den beiden Rathausseiten. Lange Sichtachsen sollen die Blicke auf die wichtigen Gebäude/Plätze führen. Die Bebauung ist kleinteilig in zwei Blocks geteilt, die wie bei Team 1 nach und nach gebaut werden können. Es könnte ein Hotel geben und Raum für einen Lebensmittelmarkt, so Tobias Kühn.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Klever Unterstadt: Das waren die ersten sechs Modelle

(RP)
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