Kleve: Ein Kunstacker für Koekkoek

Kleve: Ein Kunstacker für Koekkoek

Der Klever Künstler Max Knippert bereitet eine großen Kunst-Einrichtung auf dem Grundstück neben Haus Koekkoek vor. Auf dem bis jetzt verwahrlosten, teils städtischen Grund soll ein Plateau entstehen, will er Nutzpflanzen setzten und einen hölzernen Steg zur Stadt führen.

Im verwilderten Garten neben Haus Koekkoek wird gearbeitet. Die Büsche sind auf den Stock gesetzt, der Müll ist auf einen Haufen gekippt, Bäume wurden gestutzt. Das städtische Grundstück sieht erstmals nach vielen Jahren halbwegs aufgeräumt aus. Doch Max Knippert, der das Grundstück mit Axt und Säge beackert, räumt hier keine künftige Baustelle frei. Er ist Künstler. Und das Werk wird ein Cadeau, ein Geschenk für das Koekkoek-Jahr.

Knippert möchte den schmalen Garten, der von der Kavarinerstraße hinter dem ehemaligen Kurfürsten parallel zur Koekkoek-Stege bis auf den Lamers-Platz reicht, zu einem Gesamtkunstwerk gestalten. Es soll ein hölzerner Steg mit Treppenstufen von unten hinauf auf eine Plattform führen. Das Grundstück soll urbar gemacht und mit einjährigen Nutzpflanzen bepflanzt werden.

Der Holzsteg beginnt auf dem Brachgrundstück zwischen Haus Koekkoek und der einstigen Gaststätte Kurfürst. "Er soll etwa so breit wie eine Holzpalette werden", sagt Knippert. Denn der Künstler will mit diesen Paletten arbeiten. Er wird den Höhenunterschied und eine Mauer auf dem Grundstück überwinden müssen.

Dann mündet der Weg auf der Krone des Hangs in eine drei mal drei Meter große Plattform, die zur Stadt hin noch etwa einen Meter über dem Boden, zum Lamersplatz hin fast ebenerdig sein wird. Auf dieser aus Abfallholz gezimmerten Plattform könnten Konzerte oder andere Aktionen stattfinden, sinniert Knippert. Zuhörer haben Platz auf dem Restgrundstück oder der Koekkoek-Stege. Besucher werden von der Plattform aus einen prima Blick auf Hochschule, Koekkoekplatz oder Koekkoek-Garten haben.

Knippert hat im Vorfeld sowohl mit der Stadt als Eigentümerin des einst verwilderten Grundstücks gesprochen, als auch mit den Eigentümern der Gaststätte. Er werde, so hofft er, bis April/Mai seine große Installation in dem Garten stehen lassen können. Anfang Januar wird die Stadt, hofft Knippert, einen Container für Abfälle bereitstellen.

Das "kunstcadeau", so nennt Knippert die Aktion anlässlich des 150. Todestages von Barend Cornelis Koekkoek, sei untrennbar mit dem Konzept des Kunstacker verbunden. "Gerade durch die Klever Vergangenheit mit Johann Moritz, Anacharsis Cloots, Barend Cornelis Koekkoek, Mataré und nicht zuletzt Joseph Beuys zeigt sich für mich deutlich eine Tradition. Kunst und Natur sind bei allen zentral. Wenn ich mir jetzt die neu gegründete Hochschule mit ihren Fakultäten dazunehme, drängt sich mir direkt die Gründung einer ständig stattfindenden Natur-Kunst-Werkstatt hier im Kreis Kleve auf", sagt er.

Wenn das Ganze im Mai oder spätestens bei der Aufnahme irgendwelcher Bauarbeiten wieder zurückgebaut wird, wird Knippert bei Projektende ernten, die Ernte mit Überraschungsköchen zubereiten und mit Überraschungsgästen essen. Aus Koekkoeks Haus guckt man wohlwollend auf das Projekt: "Ich finde das eine prima Idee", sagt Drs. Guido de Werd, Seniorkurator des Hauses und langjähriger Direktor des Museums Kurhaus.

(RP/jul)