Kleve: Ein Jahr als Schülerin aus Uedem nach Seattle in die USA

Kleve: Ein Jahr als Schülerin aus Uedem nach Seattle in die USA

Die Koffer von Anne Schönell sind gepackt. Die 15-Jährige wird bei einer Gastfamilie leben und die Highschool besuchen.

Der Gedanke war schon ganz lange da: Ein Jahr lang in die USA. "Seit der fünften Klasse steckt die Idee in meinem Kopf", sagt Anne Schönell. Die 15-Jährige wird am Mittwoch in einen Flieger steigen und für ein Jahr lang in Seattle leben und dort zur High School gehen.

Im Februar hat sie von der Organisation Taste Bescheid bekommen, wer ihre Gastfamilie ist. Die Uedemerin hat sich einen Facebookaccount eingerichtet, um auf dem neuesten Stand zu sein, was ihre zukünftige Gastfamilie angeht. "Der Gastvater postet sehr viel", sagt Anne. Sie weiß, dass er 25 Jahre bei der US Air Force war, die Familie eine 12-Jährige Tochter hat, die sich schon sehr auf ihr Kommen freut und die Mutter Krankenschwester ist. Mit der hat sie auch schon telefoniert. Was die Verständigung angeht, hatte Anne schon reichlich Gelegenheit, ihr Englisch auszuprobieren: im Kontakt mit der Gastfamilie, aber auch schon im Urlaub mit ihren Eltern in den Herbstferien. "Wir haben eine Rundreise gemacht", berichtet die Schülerin. 15 Tage lang ging es mit dem Auto über 4000 Kilometer unter anderem durch Nevada, Utah und Kalifornien. Da konnte die 15-Jährige schon einen kleinen Eindruck davon gewinnen, wie riesig und abwechslungsreich Amerika ist. "Die Landschaft ist einfach fantastisch", sagt Anne und erinnert sich an den krassen Gegensatz von Naturdenkmälern im Death Valley zur künstlich errichteten Wüstenstadt Las Vegas.

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Die 15-Jährige hatte auch überlegt, in der Zeit ihres Aufenthalts den Führerschein zu machen, diese Idee aber schnell wieder verworfen. "Von den Kosten her ist es nicht günstiger, und meine Zeit in den USA ist so kostbar. Meine Freizeit möchte ich lieber mit Freunden verbringen und Ausflüge machen." Das Jahr, in dem sie in den USA zur High School geht, wird auf die deutsche Schulzeit nicht angerechnet. Anne hat einen Antrag auf Versetzung gestellt, wird also quasi eine Klasse überspringen. Der Antrag ist schon bestätigt. In der amerikanischen Schule möchte sie gerne "ungewöhnliche" Fächer ausprobieren, solche, die es an deutschen Schulen nicht gibt. Sie zählt zum Beispiel "Catering" und "Agriculture" auf.

Zurückkehren wird Anne nach einem Jahr nicht nur mit jeder Menge Erfahrungen, sondern auch mit vier Zeugnissen. "Denn an amerikanischen Schulen gibt es die vierteljährlich", sagt die Uedemerin. Sie freut sich übrigens total auf das Einkaufen im Walmart. "Ich liebe es, in riesigen Einkaufshäusern einzukaufen", nennt Anne einen von vielen Gründen, warum es sich lohnt in die USA zu reisen. Bei der Bewerbung bei der Organisation Taste kam es übrigens nicht nur auf ihr Wissen über die USA an, sondern auch die Motivation. "Ich glaube, ganz wichtig war, dass ich das von mir aus will und nicht etwa, weil Eltern sagen, dass es sich gut im Lebenslauf macht." Ihren Eltern musste sie "erst noch ein bisschen auf die Pelle rücken", verrät Anna, aber dann war die nötige Überzeugungsarbeit geleistet und der Weg für ein Jahr USA ist frei.

(RP)