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Niederrhein: Ein Bündnis für Organspende

Niederrhein : Ein Bündnis für Organspende

Das Aktionsbündnis Organspende im Rheinland ist mit prominenter Unterstützung in Kevelaer vorgestellt worden. Redner war unter anderem der ehemalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Acht von zehn Menschen stehen in Deutschland dem Thema "Organspende" positiv gegenüber, aber nur zwei von zehn haben auch tatsächlich einen Organspendeausweis. Diese Zahlen nannte am Samstag Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. Auf Initiative seiner Krankenkasse ist das Aktionsbündnis Organspende im Rheinland ins Leben gerufen worden, gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation und den Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln, Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach.

Sie haben sich zum Ziel gesetzt, dass mehr Menschen einen Organspendeausweis ausfüllen und so erklären, ob sie bereit sind, nach ihrem Tod zum Beispiel mit Niere, Leber oder Herz anderen Menschen das Leben zu retten. Die Bundesliga-Vereine zum Beispiel werden durch Bandenwerbung und ausgelegte Flyer ihre Fans ansprechen.

Zur Auftaktveranstaltung begrüßte Kevelaers Bürgermeister Axel Stibi zahlreiche prominente Gäste im Konzert- und Bühnenhaus. Er vermutete, dass es eine "Scheu vor den letzten Dingen" bei den Menschen gibt. Doch sei es unabdingbar, sich mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen, um die Frage zu beantworten, ob man seine Organe spenden wollet. So äußerte Stibi die Hoffnung, dass die Veranstaltung in Kevelaer und das Aktionsbündnis dazu beitragen können, offen mit dem Thema Organspende umgehen zu können.

Nach den Grußworten hielt SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier den ersten Kurzvortrag. Der ehemalige Außenminister hatte im vergangenen Jahr seiner Frau eine Niere gespendet. Er freue sich, sagte Steinmeier mit Augenzwinkern, dass er als "westfälischer Calvinist im Schatten der Basilika zwar nicht predigen, zumindest aber sprechen" dürfe.

Er plädierte dafür, dass jeder Bürger gefragt werden muss, ob er Organspender sein will oder nicht. "Nachdenken sollte jeder, und es sollte auch jeder eine Auskunft geben", bekräftigte Steinmeier. "Das ist nicht zu viel verlangt", sagte er mit Blick auf diejenigen, die eine verpflichtende Auskunft ablehnen.

Nach einem Vortrag über medizinische Aspekte vom Essener Professor Eckhard Nagel sprach Weihbischof Dieter Geerlings über die Aspekte einer Transplantation aus kirchlicher Sicht. Eine freiwillige Organspende sei "eine edle Tat der Nächstenliebe", zitierte er aus dem Kanon der Kirche. Indirekt nahm er Stellung zur aktiven Abfrage der Zustimmung: "Es ist in den Empfehlungen der Kirche nicht davon die Rede, dass man einen Menschen nicht fragen darf."

Internet Mehr Bilder von der Veranstaltung auf www.rp-online.de/kleve.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Prominente Organspender kamen am Samstag nach Kevelaer

(RP/jul)