Kranenburg-Nütterden/Kevelaer: Ein Arbeiter für das Haus des Herrn

Kranenburg-Nütterden/Kevelaer: Ein Arbeiter für das Haus des Herrn

Joseph van Ackeren wurde 1803 in Nütterden geboren. Am Klever Gymnasium legte er das Abitur ab, bevor er Theologie in München und Münster studierte. Er etablierte Kevelaer als zweitgrößten Wallfahrtsort Deutschlands.

Nachdem das Jubiläumsjahr "150 Jahre Weihe der Basilika in Kevelaer" zur Neige geht, ist an den wohl bedeutendsten Kevelaerer Wallfahrtsrektor im 19. Jahrhundert, Joseph van Ackeren, zu erinnern. Der Seelsorger wurde am 4. Juli 1830 als elftes Kind des Bauern und Steuereinnehmers Friedrich van Ackeren auf dem Hof Klarenbeck in Nütterden geboren. Nach dem Besuch der Volksschule ging er zum Klever Gymnasium und studierte in München und Münster Theologie.

Am 17. Dezember 1853 wurde er im Dom zu Münster zum Priester geweiht. Er wirkte danach ununterbrochen fast 50 Jahre in Kevelaer, zunächst als Kaplan und seit dem 21. September 1863 als Pfarrer an der Pfarrkirche St. Antonius.

Seine letzte Ruhestätte fand der gebürtige Nütterdener unter der XIV. Station des Kreuzweges in Kevelaer. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Seine ganze Kraft stellte er in den Dienst der Wallfahrt. In seiner Amtszeit als Pastor von Kevelaer wurde die Wallfahrtskirche, die heutige Basilika, gebaut (1858 bis 1864), deren künstlerische Ausgestaltung ihm sehr am Herzen lag. Die Ausmalung der Kapellen und der großen Marienkirche bekam erst durch diesen Wallfahrtsrektor ihre heute hoch eingeschätzte kulturhistorische Bedeutung. Er leitete durch seine Verbindung zu dem Kirchenmaler Friedrich Stummel dessen Jahrhundertwerk für Kevelaer ein.

Otto Friedrichs hat in seinem Buch "Nütterden - Geschichte(n) und Bilder eines Dorfes am Niederrhein" die Verdienste dieses Priesters aufgezeichnet. Die Wallfahrtskirche wurde 1923 von Papst Pius XI. in den Rang einer "Basilika minor" erhoben. Joseph van Ackeren erweiterte und gestaltete die Beichtkapelle und stattete wunderbar die Gnadenkapelle aus. Sein letztes Werk war der Neubau der Antonius-Pfarrkirche in Kevelaer.

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Ferner schuf er die "Bewahrschule" sowie die höhere Knaben- und Mädchenschule. Von seiner caritativen und sozialen Einstellung zeugt das Krankenhaus, ebenfalls sein Werk. Auch die Anlage des Kreuzweges, mit der 1898 begonnen wurde, geht auf seine Initiative zurück. 1884 verlieh der Papst ihm und seinen Nachfolgern das seltene Privileg, viermal im Jahr den päpstlichen Segen spenden zu dürfen.

1890 wurde er zum Ehrendomherrn und Dechant des Dekanates Geldern ernannt, und 1901 wurde ihm vom Papst die Würde eines päpstlichen Hausprälaten verliehen. Prälat Joseph van Ackeren starb am 3. Mai 1903 im Alter von 73 Jahren. Unter der XIV. Station des Kreuzweges in Kevelaer fand er seine letzte Ruhestätte.

Bis zum heutigen Tage gedenken die Gläubigen aus Nütterden dieses eifrigen und frommen Priesters, indem sie bei der alljährlichen Kevelaerwallfahrt ein "Vater unser" an seinem Grab vor der kleinen Kreuzwegkapelle beten. Die van-Ackeren-Straße in Nütterden trägt seinen Namen.

(RP)
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