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Kleve: Eigentumswohnungen 30 Prozent teurer

Kleve : Eigentumswohnungen 30 Prozent teurer

Der Preis für gebrauchte Wohnungen ist in den vergangenen zehn Jahren um gut ein Drittel gestiegen. Baugrund für Einfamilienhäuser ist in der Kreisstadt Kleve deutlich schwieriger zu finden als in den umliegenden Kommunen.

In Kleve in eine Eigentumswohnung zu investieren, war bis jetzt eine gute Anlage: In den vergangenen zehn Jahren stiegen die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen um gut ein Drittel. Lediglich 2008 sanken die Preise leicht, um dann stetig anzuziehen. Geht man von einem Preisindex 100 im Jahre 2007 aus, so liegt der Preis jetzt bei einem Index von 130,2.

Die Bausparkasse LBS hat in ihrem neuen Immobilienreport jetzt diese Indexzahlen in feste Beträge gesetzt: Reihenhäuser mit 100 Qaudratmetern Wohnfläche sind in Kleve als Gebrauchtimmobilie schon ab 150.000 Euro, als Neubauten ab 205.000 Euro zu bekommen. Baureife Grundstücke kosten im Schnitt 155 Euro pro Quadratmeter. Bei Eigentumswohnungen werden für eine Gebrauchtimmobilie 112.000 Euro, für einen Neubau 224.000 Euro verlangt (Wohnung mit drei Zimmern und 80 Quadratmetern).

Ein gutes Jahr für den Immobilienmarkt, formuliert es der Gutachteausschuss. "Der Immobilienmarkt ist wieder zunehmend in Bewegung", sagt Dirk Brammen, Vorsitzender des Gutachterausschusses. Wenn er sich denn bewegen lässt. Der Ansturm vor allem auf die begehrten Einfamilienhäuser hat für die Kreisstadt Folgen: Zu sehr hat man sich anscheinend in der 50.000-Einwohner-Stadt auf den Geschosswohnungsbau konzentriert, so dass hier "baureife" Grundstücke schwer zu haben sind und Bauwillige in die Nachbarkommunen abwandern. Da versucht derzeit die Klever Politik mit der Forderung nach mehr Grund für Reihen und Doppelhäuser gegenzusteuern.

Die Preisentwicklung beim Geschosswohnungsbau sieht der Gutachterausschuss positiv: "Das Preisniveau hat sich kreisweit mit rund sechs Prozent noch dynamischer als bei Ein- und Zweifamilienhäusern entwickelt", sagt Brammen.

"Der Markt ist leergefegt - es gibt kaum Immobilien im Angebot. Da werden hohe Preise erzielt", sagt Hiltrud Schoonhoven. Die Rechtsanwältin ist Geschäftsführerin des Haus- und Grundbesitzervereins Kleve. "Aus unserer Sicht sind die Preissteigerungen in den Kauffällen für Immobilien vor allem in der Suche der Bürger nach einer sicheren Geldanlage zu suchen", sagt sie.

Bis jetzt schlägt die Entwicklung nicht flächig auf die Mietpreise für Wohnungen durch. Vergleicht man den Mietspiegel der Stadt Kleve in den vergangenen vier Jahren, so sind nur marginale Mietsteigerungen darin vorgesehen. "Der Mietpreis im Mietspiegel wurde nur für Kleinstwohnungen angehoben, die anderen Richtwerte sind konstant", sagt Schoonhoven. Tatsächlich macht der Haus- und Grundbesitzerverein die Erfahrung, dass teuere Wohnungen auch "liegenbleiben" - es dauert, ehe sich ein Mieter findet, der diesen Preis zahlt. Laut Mietspiegel liegen die Mieten für Wohnungen bis 55 Quadratmeter Größe, die nach 2010 gebaut wurden, zwischen 7,50 und acht Euro pro Quadratmeter, bei Wohnungen über 95 Quadratmeter listet der Mietspiegel 6,75 bis 7,20 Euro pro Quadratmeter. Schoonhoven bestätigt, dass es auch Vermieter gibt, die versuchen, zehn Euro pro Quadratmeter zu erreichen. Vor allem bei Wohnungen im Passivhaus-Standard, bei denen nur geringe Nebenkosten anfallen.

Die Bedeutung der Nebenkosten müsse künftig eindeutiger in den Mietspiegel einfließen, erklärt nicht nur der Haus- und Grundbesitzerverein. Vor allem die Sozialverbände bemängeln, dass hier nachjustiert werden muss, sollen die Wohnungen für Familien mit geringen Einkommen bei der neu zu berechnenden Förderung bezahlbar blieben.

(mgr)