Kalkar: Eigene Geldbeutel bedroht

Kalkar : Eigene Geldbeutel bedroht

Wintervortrag in Kalkarer Kaserne: Ex-General Karl-Heinz Lather sprach über Sicherheit in der Straße von Hormuz. Krise spüren Autofahrer an der Zapfsäule. Baltes führt bald Altantische Gesellschaft als Nachfolger von Engelberts.

"Wir befassen uns heute mit einer Region, die einerseits für den deutschen Normalbürger weit weg zu sein scheint, andererseits, und jeder von uns spürt das an den Zapfsäulen, außer unserer Sicherheit auch den eigenen Geldbeutel unmittelbar bedroht", sagte General a. D. Karl-Heinz Lather, Stabschef im Hauptquartier der Alliierten Streitkräfte in Europa (SHAPE) bis September 2010, beim jüngsten Wintervortrag der Deutschen Atlantischen Gesellschaft und des Bundeswehrstandortes Kalkar/Uedem.

In Vertretung von Generalleutnant Dieter Naskrent konnte Oberst Joachim Bohn eine große Zahl aufmerksamer Zuhörer, darunter Schüler des Collegium Augustinianum Gaesdonck, im Unteroffizierheim der von-Seydlitz-Kaserne, begrüßen. Die bisherigen Themen mit hoch qualifizierten Referenten hätten in Kalkar ein lebhaftes Echo gefunden. Dann stellte er die militärische Laufbahn von General a. D. Lather vor. "Sicherheit in der Straße von Hormuz – Eine Aufgabe für die NATO?", war das Thema des Vortrages überschrieben. In diesem Kontext sei die Frage, ob und wann der Iran über Atomwaffen verfügen könnte, von existenzieller Bedeutung. Zur geografischen Lage der Straße von Hormuz führte der Referent aus, dass dieser Seeweg die Region mit den umfangreichsten Erdölvorkommen und Erdölreserven mit dem Rest der Welt verbinde. "Vor allem der weltweite Bedarf an Energie ist es, der die Bedeutung der Seestraße so unendlich gesteigert hat und das noch für mindestens weitere 45 Jahre", sagte der General, der das internationale militärische Potenzial und das politische Umfeld in dieser Region aufzeigte. Natürlich würde auch im NATO-Rat über die Lage am Persischen Golf diskutiert.

Nach seiner Kenntnis steht ein konkretes Engagement im Mittleren Osten derzeit nicht auf der Tagesordnung. Die NATO sei jedoch militärisch in der Lage, ein Mandat der Vereinten Nationen potenziell zu übernehmen. Der Referent zeigte drei mögliche denkbare theoretische Szenarien auf, darunter die sofortige und völlige Schließung der Meerenge durch den Iran, mit der militärischen Reaktion der USA und ihrer Verbündeten. Deutschland setze auf Diplomatie und Sanktionen, würde sich aber kaum einer militärischen Beteiligung entziehen können. In einer lebhaften Diskussion wurden die Ausführungen des Vortrages verdeutlicht. Dann gab Oberst Joachim Bohn bekannt, dass ab Herbst Brigadegeneral a. D. Wolfgang Baltes die Nachfolge von Oberst a. D. Lambert Engelberts als Regionalleiter der Deutschen Atlantischen Gesellschaft (DAG) am Niederrhein übernehmen wird. Er würdigte das Engagement des Gochers, der sich durch die bedeutsamen Vorträge in der Kaserne und darüber hinaus große Verdienste erworben habe.

(RP)