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Drogendealer muss sich am Landgericht Kleve verantworten

Goch : „Klassischer Suchtdealer“ vor dem Klever Landgericht

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Gocher vor, rund drei Kilo Amphetamin, Marihuana und Ecstasy erworben zu haben, um die Drogen weiterzuverkaufen.

Ein 26-jähriger Gocher muss sich seit Montag wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln vor dem Klever Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, insgesamt mehr als drei Kilogramm Amphetamin und zudem Marihuana und Ecstasytabletten erworben zu haben, um die Drogen unter anderem in Goch und Oberhausen weiterzuverkaufen.

Der 26-Jährige befindet sich seit dem 25. April 2019 in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Willich 1. Die ihm vorgeworfenen Taten sollen sich laut Anklage zwischen April und Juli 2017 zugetragen haben. Der Angeklagte soll in zwei Fällen mindestens 50 Gramm Amphetamin von einem bereits verurteilten Gocher Dealerpärchen erworben haben, zudem zweimal 500 Gramm Amphetamin nebst kleinerer Mengen Cannabis und Ecstasy. In einem Fall soll er zudem zwei Kilogramm Amphetamin von jenem Duo gekauft haben, welches sich laut Gerichtsakte in einschlägigen Kreisen den Titel „Kings von Goch“ verdient hatte. Der Angeklagte soll laut Staatsanwalt einen „engen, deliktischen Kontakt“ zu den beiden unterhalten haben.

Der 26-jährige Angeklagte räumte die ihm vorgeworfenen Taten am Montag ein. Sein Mandant sei ein „klassischer Suchtdealer“, der sich mit dem Handel den Eigenkonsum von bis zu fünf Gramm Amphetamin täglich finanziert habe, erklärte der Verteidiger – er habe „Drogen im Übermaß“ konsumiert, sei teils von freitags bis montags wach gewesen und im Tatzeitraum obdachlos.

Fünf Zeugen waren am Montag geladen, wurden aber allesamt wieder abbestellt. Denn die Klever Strafkammer beschloss nach der Einlassung des Angeklagten – die offensichtlich neue Erkenntnisse zutage gefördert hatte – zunächst einen sachverständigen Gutachter zu beauftragen.

Der Gutachter soll die Schuldfähigkeit des Angeklagten im Tatzeitraum sowie eine mögliche Unterbringung des 26-Jährigen in einer Entziehungsanstalt beurteilen. Ein Fortsetzungstermin für den Prozess steht noch nicht fest.