Urteil in Kleve: Drogendealer muss für fast fünf Jahre ins Gefängnis

Urteil in Kleve: Drogendealer muss für fast fünf Jahre ins Gefängnis

Ein Jahr lang hat ein 25-Jähriger Drogen aus den Niederlanden geschmuggelt, in Kleve und Goch verkauft. Nun muss er für insgesamt vier Jahre und acht Monate ins Gefängnis.

"Das war ein massiver Drogenhandel", begründet der Richter Christian Henckel das Urteil. "Keine singulären Ereignisse, sondern eine umfangreiche Reihe." Das Drogenangebot, das der Gocher zwischen 2015 und 2016 verkaufte, sei immer größer geworden: Marihuana, Ecstasy, Amphetamine. "Das hebt sich von den anderen Fällen ab, die wir hier sonst im Kreis Kleve haben", sagt der vorsitzende Richter. "Das war sicherlich sehr profitabel."

Am dritten und letzten Verhandlungstag sitzt der junge Mann in Jeans und grünem Kapuzenpullover auf der Anklagebank. Er schaut auf seine Hände, nur ab und zu blitzen seine Augen durch den Raum. Erstmals äußert sich der Angeklagte in diesem Prozess vor Gericht. Sein Anwalt verliest ein umfassendes Geständnis.

Schon mit 15 Jahren habe der Gocher angefangen, Marihuana zu rauchen. Nach dem Hauptschulabschluss beginnt er eine Ausbildung zum Dachdecker. Bei einem Arbeitsunfall stürzt er vier Meter in die Tiefe und bricht sich die Lende. Gegen die Schmerzen konsumiert er bald täglich Marihuana.

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Wegen finanzieller Probleme beginnt er, mit einem Kollegen die Drogen auch zu verkaufen, zunächst aus einer Wohnung in Kleve, dann in Goch. Über Whatsapp kontaktieren ihn die Kunden. "Wie viel brauchst du? Es geht auch mehr", schreibt er. Mehrfach fahren die beiden Männer in die Niederlande und kommen mit mehreren Kilogramm Marihuana und Hunderten Ecstasy-Pillen zurück, später auch einem "handballgroßen" Klumpen Amphetamine. In einem Depot an einem Waldweg lagern sie die Betäubungsmittel. Einmal verkauft der 25-Jährige auch Drogen an einen Minderjährigen. Wie er selbst sagt, kannte er das Alter seines Kunden nicht. Als der Dealer einmal übers Ohr gehauen wird, soll er sich auch Schlagstöcke zugelegt haben.

Nach einer Operation im Jahr 2016 lassen die Schmerzen des Angeklagten abrupt nach. Ebenso plötzlich hört er - nach eigener Aussage - auch mit dem Drogendealen auf. Ein Polizist, der als Zeuge geladen ist, berichtet von der Aussage, die der Angeklagte zunächst auf dem Präsidium gemacht hatte. "Vor der Vernehmung hat er geweint", sagt der Polizist. "Ich hatte das Gefühl, dass er mit seinem Leben wirklich aufräumen will."

Das Beenden des Drogenhandels, das Geständnis, der Eigenkonsum - das alles habe zu dem relativ milden Urteil geführt, sagt der Richter.

(veke)