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Kleve: Dreimal München im Projektraum

Kleve : Dreimal München im Projektraum

Heute eröffnet die 24. Ausstellung des Projektraums Bahnhof25. Drei Künstler aus München zeigen in der Südstadt ihre Werke.

Kunst im Projektraum – das ist immer ein wenig anders, als in anderen Museen. Die Ausstellungsräume sind gleichzeitig auch Arbeitsräume für die Künstler, und durch große Fenster bereits von der Straße aus einsehbar – eigentlich. Denn zur aktuellen Ausstellung hat der Münchner Alex Trespi eines der Fenster von innen abgedunkelt. Geheimniskrämerei könnte man meinen, aber die Uneinsehbarkeit des Raumes gehört bei ihm zur Kunst dazu. Was man bereits von außen sehen kann, ist ein Fernseher, der scheinbar das Innere des Raumes zeigt. Aber nur scheinbar, denn in Wahrheit ist nur die Übertragung einer Kamera zu sehen, die ein Modell des Raumes abfilmt, das im eigentlichen Raum steht. Klingt im ersten Moment kompliziert – geht aber vollkommen auf, wenn man die Installation im Projektraum25 betrachtet.

Mit dem Raum hat auch die Künstlerin Sabine Effinger gearbeitet. Unterschiedlich große, pinke Soldatinnen marschieren bei ihr an der Wand entlang, geradezu konfrontativ aufeinander zu. "Call of Duty" hat sie es frei nach der berühmten Videospielserie genannt und bleibt dabei ihren bisherigen Arbeiten treu. In Effingers Werken variieren die Motive von Gewalt und Spiel in jeglicher Form. Die weiblichen Figuren der Arbeit in Kleve sind Foto- und Filmdokumentationen kommunistischer Paraden entnommen, die Wand ist damit bevölkert wie eine Spiellandschaft.

Form und Dynamik entstehen durch die in die Luft gereckten Beine der berockten Soldatinnen – ein Zwiespalt zwischen Demonstration der militärischen Macht und erotischer Bildsprache. "Dementsprechend sind auch die Kommentare zu den Videos im Internet", bemerkt Effinger.

Das Münchener Trio komplettiert Peter Riss. Bei ihm kollidieren Hochglanzflächen und roher Gips, strenge Architekturgebilde mit organischen Formen. Die Schlüsselarbeit "Es könnte so schön sein..." baute Riss eigens für den Projektraum. Zwei Holzdrucke, ein Bild mit zwei Jugendlichen sowie ein abstrakter Druck stehen zwei Hochglanzflächen gegenüber. Dazwischen ein schwarzer Stab mit einem organischen Gebilde am Ende. Ein Sinnbild der verletzlichen Zerrissenheit der menschlichen Psyche.

"Wir lassen den Künstlern bei uns immer ihre Freiheit, die sie brauchen", sagt Elisabeth Schink, 2. Vorsitzende vom Projektraum Bahnhof25. Eine Tatsache, die es auch für die Organisatoren spannend macht. "Wir wussten am Anfang nicht hundertprozentig, was die Künstler hier zeigen", sagt Schink. Das Ausstellungsprojekt wird heute um 16 Uhr eröffnet, es spricht unter anderem Valentina Vlasic vom Museum Kurhaus Kleve.

(lukra)