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Drei-Tage-Festival über das Leben im Dorf

Welttheater kommt ins Dorf : So wird das Drei-Tage-Festival in Nütterden

In Nütterden sollen Bürger durch Kunst, Musik und Gespräche ihr Dorf neu entdecken. Als Fachleute treten dabei Menschen auf, die selbst aus Nütterden stammen.

Die Macher wissen um die Situation in Dörfern am unteren Niederrhein. Denn sie sind in Nütterden, Reichswalde oder anderen Ortsteilen in der Gegend aufgewachsen. Jan Kersjes, Kristin Schuster, Bettina Hentrey und Eva Böhmer haben sich das Leben in den Gemeindeteilen angeschaut. Sie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass viele Strukturen, die einst das Dorfleben prägten, immer weiter verschwinden. „Ich stand mit meiner Tochter am Weg, als der Schützenzug vorbei lief. Da ist uns aufgefallen, dass kaum noch Publikum da war“, beschreibt Bettina Hentrey eine Erfahrung.

Die Initiatoren wollen jetzt an drei Tagen mit dem „Welttheater von Nütterden“ dafür sorgen, dass die Bürger des Ortsteils intensiver miteinander kommunizieren. „Das Festhalten an Tradition und Riten ist ungebrochen. Die Vereine existieren zu sehr nebeneinander. Wir wollen die Bürger sensibilisieren, weiter zu denken und nicht allein in den herkömmlichen Strukturen“, sagt Jan Kersjes. Das Ziel der Organisatoren ist ebenso anspruchsvoll wie vielseitig. Das Welttheater will nicht allein ein Spektakel sein, die Macher verfolgen unter anderem das Ziel die Vergangenheit des Dorflebens aufzuzeigen und mit der Gegenwart zu vergleichen.

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Konkret bedeutet das: An drei Tagen wollen die Initiatoren Gruppen von jeweils 50 Personen durch Nütterden führen. An 13 Stellen werden Attraktionen geboten, von denen  viele einen direkten Bezug zum ländlichen Leben haben. Eine davon ist eine Klanginstallation. Hier werden Töne, die zum Dorfleben gehören, wie etwa das Tuckern eines Treckers, miteinander verbunden. An einer anderen steht Kabarettist Ludger Kazmierczak. Der Klever ist kein Neuer im Dorf. Er ist hier aufgewachsen und kann über das Leben im Sieben-Quellen-Dorf viel erzählen. Neben dem Haus von Ortsvorsteher Paul-Heinz Böhmer kann der Besucher sich die heile Welt ansehen. Ein Blick in die schöne Niederung sorgt für einen Moment der Ruhe. Es gehe auch darum, zu zeigen, welches Potenzial so ein Dorf habe, so Kersjes.

Zum Abschluss eines jeden Tages folgt die größte Aktion. Alle Vereine des Dorfes werden an einem Umzug teilnehmen, der am Feuerwehrhaus am Beeckscher Weg 3 endet. Hier wird Brauchtum ebenfalls erfahrbar: Bänke, Bier und Bartwurst warten auf die Bürger. 19.30 Uhr sind alle Interessierten eingeladen, den letzten Programmpunkt mitzuerleben. Mitinitiator Jan Kersjes begrüßt zum Abschluss geladene Gäste zum Gespräch. Eine BigBand spielt zum Finale und wird dabei von der Sing-  und Spielschar unterstützt.

Das „Welttheater von Nütterden“ findet vom 12. bis 14. August statt und startet an allen Tagen um 17 Uhr auf dem Dorfplatz. Das Ticket kostet 12 Euro (ermäßigt 7 Euro). Erhältlich sind die Karten bereits jetzt unter www.daswelttheatervonnuetterden.de oder ab dem 2. August im SPD Bürgerbüro, Hoher Weg 1, montags bis freitags, 9 bis 11, 16 bis 18 Uhr.