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Dr. Ilka Böhning steigt in die Praxis von Annika Kempkes in Kalkar ein

Ärzteversorgung auf dem Land : Zwei Frauen vom Fach

Nach dem Tod von Artur Leenders steigt Dr. Ilka Böning in die Praxis von Annika Kempkes am Krankenhaus mit ein. Kalkar bekommt damit eine Orthopädin. Lange Wartezeiten soll es künftig nicht mehr geben.

Die Nachricht verbreitete sich am Samstag, 28. März, wie ein Lauffeuer im Kleverland: Dr. Artur Leenders ist tot. Nach langer, schwerer Krankheit war der Leitende Unfallarzt, Schriftsteller und Lokalpolitiker aus Kleve im Emmericher Krankenhaus gestorben. Er hinterlässt eine große Lücke – auch in der Gemeinschaftspraxis am Kalkarer Krankenhaus, die er lange Jahre mit Helmut Hoffmann und seit 2013 mit Chirurgin Annika Kempkes führte. Dort, an der Grabenstraße 86-88, geht das Leben nun weiter: So steigt von Mittwoch, 1. Juli, an Dr. Ilka Böhning in die Praxis mit ein. Für Kalkar eine gute Nachricht: So ist die 51-Jährige Fachärztin für Orthopädie und Sportmedizin sowie wie Kempkes auch Fachärztin für Unfallchirurgie und Durchgangsärztin.

Dr. Böhning ist im Land keine Unbekannte. Als Schülerin machte die gebürtige Osnabrückerin als Tischtennisspielerin von sich reden. 1983 gewann sie die Deutsche Meisterschaft der Schülerinnen und 1985 die Deutsche Meisterschaft der Jugend. Nach einem dritten Platz bei der Schüler-Europameisterschaft 1983 wurde sie 1986 Vizeeuropameisterin der Jugend im Einzel. Sie war mehrmals deutsche Meisterin im Doppel und im Mixed. Mit der deutschen Nationalmannschaft nahm sie an den Weltmeisterschaften 1987 und 1989 teil, insgesamt bestritt sie zwischen 1987 und 1989 14 Länderspiele. Bei Weiß-Rot-Weiß (WRW) in Kleve beendete sie ihre sportliche Karriere. Von da an nahm sie beruflich Fahrt auf: Böhning studierte in Münster Medizin. 2004 promovierte sie an der Universität Duisburg-Essen. Im gleichen Jahr fing sie im Emmericher Krankenhaus an. Dort war sie bislang Oberärztin in der Orthopädie und Unfallchirurgie mit dem Schwerpunkt Sportmedizin.

Nach 16 Jahren im Dienst eines Krankenhauses wagt sie nun den Schritt in die Selbstständigkeit und hat mit Annika Kempkes (48) eine zuverlässige Partnerin an ihrer Seite. Die Chirurgin war lange Zeit in Bocholt tätig und stieg am 1. April 2013 in die Gemeinschaftspraxis ein. Diese wurde Mitte der 80er gegründet und genießt weit über die Grenzen der Stadt Kalkar einen guten Ruf. Für Nolden/Hoffmann, Hoffmann/Leenders und Leenders/Kempkes standen die Patienten früh auf, setzten sich um 7.30 Uhr in die Praxis und warteten. Nicht nur das soll sich ab dem 1. Juli bei Kempkes/Böhning ändern.

„Wir führen die Terminvergabe ein“, sagt Kempkes. Dabei legen die beiden Frauen vom Fach größten Wert auf das Wort kurzfristig. „Bei uns soll niemand ein halbes Jahr auf einen Termin warten“, sagt Kempkes. Sprechstunde sei künftig montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie montags und donnerstags von 15 bis 17 Uhr. Bei Bedarf werden diese auch ausgeweitet. Dienstags finden ambulante Operationen statt.

Die Zeit bis zum 1. Juli und darüber hinaus werden die beiden Ärztinnen sowie ihre sieben Angestellten dafür nutzen, um die mehr als 50.000 Akten zu digitalisieren. „Wenn das geschafft ist, werden wir die vier Behandlungsräume modernisieren“, sagt Böhning. Bislang haben sie schon knapp 50.000 Euro in die Renovierung des Wartezimmers sowie in Gerätschaften investiert. Mindestens weitere 50.000 Euro werden bis zum Ende des Jahres noch folgen.