1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Dorfrock in Schottheide zog 1500 Besucher an

Dorfrock-Festival : Schottheide rockt bis tief in die Nacht

Die 17. Auflage des Open-Air-Events mit Namen Dorfrock erfüllte die Erwartungen. 1500 Gäste waren vor Ort. Die Band Massive Beat sorgte für mächtig Stimmung, den emotionalen Höhepunkt aber bescherte eine andere Gruppe.

Es war ein echter Gänsehautmoment am späten Abend. Die Band Straight28, die selbst maßgeblich an der Ausrichtung der 17. Auflage des Open-Air-Events Dorfrock Schottheide beteiligt war, legte in ganz besonderer Formation auf. Die 2011 gegründete Gruppe, die auf Coversongs internationaler Künstler wie Coldplay, Foo Fighters oder Queen setzt, hatte im vergangenen Jahr den Bassisten Stefan Koch verloren. Eine Tragödie. Er war viel zu früh verstorben. Es schien das Aus für die Band zu sein. Schließlich war man sich einig, ohne Stefan Koch nicht mehr auf der Bühne stehen zu wollen. Schon gar nicht vor großem Publikum.

Doch dann kam Tochter Juli. Sie wollte an Stelle ihres Vaters auftreten – eine Ehrung. Und so kam es tatsächlich. Es gab in Schottheide gleich frenetischen Applaus, die Tränen flossen. Auch musikalisch überzeugte die Band. „Das war ein wirklich total emotionaler Auftritt, solche Momente gehen sofort unter die Haut. Das kannst du dir kaum ausdenken“, sagt Thorsten Tönisen, Zweiter Vorsitzender des gastgebenden Bürgerschützenvereins (BSV) Schottheide. Am Samstagabend hatten sich knapp 1500 Besucher auf der Dorfwiese eingefunden, der Eintritt war frei.

  • Heavy-Metal-Festival : Wacken Open Air 2023 nach fünf Stunden ausverkauft
  • Open-Air-Festival in Kevelaer abgesagt : Vor dem Bühnenhaus sollte es abgehen
  • Metal-Festival : Das müssen Sie über Wacken 2022 wissen

Zwei Jahre hatte die Veranstaltung aussetzen müssen, Corona hatte immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun aber war es endlich wieder soweit. „Es war ein gigantischer Erfolg. Wir haben ein wenig Angst gehabt, ob es nach Corona wieder gut anläuft. Zumal wir einige Investitionen tätigen mussten“, so Tönisen, der auch Ortsvorsteher in dem Kranenburger Ortsteil ist.

Die Bühne musste aufgebaut, Künstler gebucht und Getränke geordert werden. Doch die tatsächlichen Besucherzahlen waren im Vorfeld schwer abzuschätzen - ein Risiko. „Letztendlich konnten wir aber genau da anknüpfen, wo wir 2019 aufgehört hatten. Es kamen praktisch genauso viele wie damals. Und das, obwohl wir nun einige Gegenveranstaltungen hatten“, sagt der Veranstalter. So fand etwa in Uedem-Keppeln parallel die legendäre Scheunenfete im Kartoffelkeller statt.

Für einen weiteren Stimmungshöhepunkt sorgte wie gewohnt die Klever Band „Massive Beat“, die einen Mix aus eigenen Songs und gecoverten Stücken bot. Bis tief in die Nacht wurde zu den Bässen getanzt. Zuvor hatten bereits „6/45 a day“ mit Coverversionen von „Green Day“ oder „Sportfreunde Stiller“ sowie das Ensemble „One Trick Pony“ mit markiger Rockmusik für mächtig Stimmung gesorgt.

Es sei gar spürbar gewesen, dass die Besucher gelöster seien als noch vor zwei Jahren. „Durch Corona war lange gar nichts möglich. Nun waren die Leute daher viel glücklicher und freundlicher. Die Menschen haben harmonisch und gemeinsam gefeiert, es gab überhaupt keinen Ärger“, zieht Thorsten Tönisen im Gespräch eine zufriedene Bilanz des Dorfrock..

Hinter dem Open-Air-Event steckt monatelange Vorbereitung. Ein Kraftakt für die Bürgerschützen in Schottheide. „Das sind für uns Ehrenamtliche natürlich ganz anstrengende und intensive Tage. Es kommt unglaublich viel Arbeit und Organisation auf dich zu, wenn du ein Festival veranstalten willst. Aber wir haben abermals gesehen: Wenn es darauf ankommt, sind die Bürgerschützen da. Da packt jeder bereitwillig mit an“, sagt Mitorganisator Thorsten Tönisen im Gespräch mit unserer Redaktion. Ein Lob für das ganze Dorf.