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Donsbrüggener Eltern legen Widerspruch gegen den Einschulungsbescheid ein

Kranenburg : Widerspruch gegen Schulbescheid

Donsbrüggener Eltern nehmen den Ablehnungsbescheid für die St.-Georg-Wunschschule ihres Sohnes in Kranenburg-Nütterden nicht hin.

Luca* Bergmans ist sechs Jahre alt. Er wohnt in Donsbrüggen und wird nach den Sommerferien eingeschult. Allein wo, steht noch nicht fest. Im vergangenen Herbst haben Lucas Eltern ihn an der St. Georg Schule in Nütterden angemeldet. Wie er haben sich noch 13 weitere Kinder aus dem Klever Ortsteil für Nütterden entschieden. Zunächst sah es danach aus, als würden alle Kinder problemlos ihre Wunschschule besuchen können. Das hat sich geändert. Auch die Familie Bergmans hängt jetzt in der Luft. Am 6. Mai lag der Ablehnungsbescheid für St. Georg im Briefkasten der Familie.

Grund für den Ärger sind Entscheidungen der Kranenburger Politik. „Wochenlang ist immer kommuniziert worden, dass zum neuen Schuljahr eine dritte Eingangsklasse in Nütterden gebildet wird“, sagt Bettina Bergmans (46). Die Anmeldezahlen sind hoch, das Gebäude muss erweitert werden. Platz für drei Eingangsklassen ist nicht vorhanden. 

Parteiübergreifend herrschte Einigkeit. St. Georg startet ab 2022/23 mit drei Klassen.  Pavillons sollten die Bauzeit bis zur Fertigstellung überbrücken. Noch am 17. März hatten die Fraktionsvorsitzenden gemeinsam einen Antrag zur Ratssitzung für den 31. März unterschrieben. Während der Ratssitzung wurde dann anders entschieden. Nütterden wird in diesem Jahr keine drei Eingangsklassen bilden, sondern erst 2023/24.

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Der Sechsjährige kann dennoch eine erste Klasse in der Grenzgemeinde besuchen. Er bekam die Zusage für die Kranenburger Christophorus Grundschule am Rande des Ortskerns. „Für uns ist das Angebot überhaupt nicht zu verstehen“, sagt Bettina Bergmans. Man habe sich bewusst für St. Georg entschieden. Wichtig ist ihr, dass Lucas Freunde dort sind, es eine katholische Bekenntnisgrundschule ist und der Unterricht in jahrgangsbezogenen Klassen stattfindet. „Das ist in Kranenburg völlig anders“, sagt die 46-Jährige. Die Mutter weiß, dass zunächst die Wünsche der Eltern aus Kranenburg berücksichtigt werden. Doch kann sie die Politik nicht verstehen. Die habe betont, man habe den Donsbrüggener Kindern ein faires Angebot gemacht. „Ist das fair, wenn zuvor ständig von drei Eingangsklassen in Nütterden gesprochen wird und es dann plötzlich aufs nächste Jahr verschoben wird?“, fragt sie. Der dritte notwenige Zug wird jetzt in der Christophorus Grundschule eingerichtet. Für die Gemeinde hätten sich alle Probleme mit einem Schlag erledigt. Dazu hätte gereicht, die Kinder aus Kleve abzulehnen. Die Politik wollte das nicht. Auch weil es Jahre gab, in denen die Gemeinde für jede Anmeldung aus dem Nachbarort  dankbar war.

„Jetzt sollen Erstklässler täglich 13 Kilometer mit dem Linienbus fahren. Der Bürgermeister sagte, ein Schulbusverkehr werde nicht eingerichtet, da dort eine Busverbindung bestehe. Stimmt. Aber es ist völlig fernab von jeglicher Realität, Erstklässler in Linienbusse zu setzen“, kann Bergmans die Haltung des Verwaltungschefs nicht nachvollziehen. Einmal die Haltestelle verpasst, würden die Kinder in Nimwegen stehen.

Die Donsbrüggener Familie ist davon ausgegangen, dass es für ihr Kind einen Platz in Nütterden gibt. 2,16 Kilometer wohnen die Bergmans vom Schultor entfernt. Bei einem Kind um die Ecke sind es etwa 200 Meter mehr. Es hat die Zusage. Die Entfernung zur Schule ist ein Kriterium für die Aufnahme. Der Weg wurde hier offenbar mit dem Zollstock gemessen. Familie Bergmans ist verärgert. „Wir sind immer davon ausgegangen, dass unser Kind in Nütterden einen Platz erhält. Jetzt fangen wir bei null an. Die Unterrichtsform ist uns wichtig. Jetzt wird es verdammt schwer in Kleve eine geeignete Schule zu finden. Einige Absagen haben wir bereits. Fest steht, dass Kranenburg für uns nicht in Betracht kommt“, sagt Bettina Bergmans. Die Familie hat gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt.

*Name von der Redaktion geändert