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Kalkar: Dominikaner-Bongert: Bebauung umstritten

Kalkar : Dominikaner-Bongert: Bebauung umstritten

Der Kurator der Ausstellung in St. Nicolai, Guido de Werd, spricht sich für den Erhalt des Klostergartens aus. Bürger schlägt Werkstatt vor.

Spätestens seit dem vergangenen Wochenende sind die Dominikaner in Kalkar wieder sehr gefragt. Mit der Sonderausstellung "Die Dominikaner in Kalkar. Begraben und vergessen?" ist derzeit in der St.-Nicolai-Kirche eine Ausstellung über das ehemalige Kloster zu sehen, die teils spektakuläre Stücke wieder zurück nach Kalkar holt (RP berichtete ausführlich). Doch auch politisch ist der Klostergarten, heute besser bekannt als Dominikaner-Bongert, weiterhin ein heftig diskutiertes Thema.

Seit im Juni 2012 die Verwaltung beauftragt wurde, einen Architekten- und Investoren-Wettbewerb für eine teilweise Bebauung des Bongerts durchzuführen, regt sich in der Bevölkerung Widerstand gegen die Pläne. Zuletzt übte Guido de Werd, jüngst sowohl mit Rheinlandtaler als auch mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, Kritik an einer möglichen Bebauung. "In einer historischen Stadt wie Kalkar, in der die Bürger des späten Mittelalters mit Gebäuden Kirchen und Klöstern ein einzigartiges städtebauliches Juwel geschaffen haben, ist es wünschenswert, dass neben den Denkmälern des bürgerlichen Engagements auch die letzten Spuren der großen Klostergeschichte dieser Stadt erhalten bleiben, auch um die Kostbarkeit der anderen Denkmäler besser zu verstehen", schreibt de Werd im Katalog zur Ausstellung. Und weiter: "Es ist zu hoffen, dass der Rat sich für den kompletten Erhalt des Areals – ohne jede weitere Bebauung – entscheidet."

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Wilfried van Haag, Diplom-Biologe und Bürger Kalkars, setzt sich nicht nur für den Erhalt, sondern auch für die Förderung und somit die Aufwertung des Geländes ein. "Der Bongert kann in verschiedenen Bereichen der Bevölkerung zum Nutzen dienen", sagt er. Vorzustellen sei etwa ein Kräutergarten, dass Bodenprofile in einem Schnitt dargestellt, oder Planzen-Monographien zur Information präsentiert werden. Als ehemaliger Lehrer habe er andernorts erlebt, wie wertvoll so ein Ort auch für den Unterricht genutzt werden könne. "Wenn solch ein Konzept schlüssig erarbeitet wird, wird ein großer Teil der Bürger Kalkars dahinter stehen", ist van Haag überzeugt. Ein Konzept, bei dem etwa Schulen, Naturschutzstationen, die Hochschule und Vereine mit eingebunden werden können. "Ich hielte für Kalkar in Übereinstimmung mit dem ganzheitlichen Anspruch, Denken und Wirken der Dominikaner ein Werkstattverfahren für überlegenswert", sagt van Haag. "In dieser werden Impulse aus der Bevölkerung aufgenommen, in gemeinschaftlichen Bahnen zusammengeführt und Impulse in die Bevölkerung hineingetragen. Offen, kooperativ, kreativ", erläutert er weiter.

Im September endet die Ausstellung in St. Nicolai. Ungefähr zur gleichen Zeit erwartet Wilfried van Haag auch eine politische Entscheidung. Und er möchte verhindern, dass dann aus "begraben und vergessen" schlicht "bebaut" wird.

(lukra)