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Dirk Wermelskirchen folgt auf Karl-Heinz Hüttermann beim Caritasverband Kleve

Nachfolge : Führungswechsel bei Jugend und Familie

Karl-Heinz Hüttermann geht nach 26 Jahren Arbeit für den Caritasverband Kleve in Rente. Bei seiner feierlichen Verabschiedung in der Kindertagesstätte Zauberstern wurde auch Nachfolger Dirk Wermelskirchen vorgestellt.

Er hat sich die Mühe gemacht, es genau auszurechnen, wie lange er für den Caritasverband Kleve gearbeitet hat: genau 9700 Tage, das sind fast 26 Jahre. Seit dem 1. April ist er nun im Ruhestand. Karl-Heinz Hüttermann, Leiter des Fachbereichs Jugend und Familie, ist jetzt vom Vorstand des Caritasverbands, vielen Kolleginnen und Weggefährten sowie von Vertretern des Landesjugendamtes verabschiedet worden. Gleichzeitig wurde sein Nachfolger, Dirk Wermelskirchen, vorgestellt.

Der feierliche Empfang zu diesem Anlass fand in den Räumen des Neubaus der Kindertagesstätte „Zauberstern“ an der Triftstraße statt. Vorstand Rainer Borsch begrüßte alle Gäste und übergab das Wort an Joachim Schmidt, den stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Kleve. Doch nicht nur in dieser Funktion war dieser in den Zauberstern gekommen, sondern auch als früherer Kollege und langjähriger Weggefährte des frischgebackenen Ruheständlers. Karl-Heinz Hüttermann hatte sich anstelle einer Rede ein Interview gewünscht. „Wir kennen uns schon viele Jahre, ich kann also tief in die „Kiste“ greifen“,  begann Schmidt und präsentierte lächelnd manch ein Foto Hüttermanns aus vergangenen Zeiten.

„Warum hast du dich für einen Sozialberuf entschieden?“, fragte er ihn. Hüttermann erzählte, wie er kurz nach dem frühen Tod seines Vaters 1975 Anwärter für den Erzieherberuf wurde und im Landesjugendheim Fichtenhain bei Krefeld arbeitete und dann entschied, berufsbegleitend Sozialpädagogik zu studieren.

Auch Joachim Schmidt machte dort diese Ausbildung, so dass Schmidt und Hüttermann viele Erinnerungen teilen. Fichtenhain habe, so die beiden, wegen seiner Vergangenheit als SS-Ausbildungsstätte einen zweifelhaften Ruf gehabt, eine gewisse Lager-Atmosphäre sei immer noch spürbar gewesen.

Hüttermann heiratete 1980 und zog nach Kempen, Schmidt ging 1979 nach Kleve. „Es konnte nur besser werden“, so Schmidt. Man habe sich  nie aus den Augen verloren, einmal trafen sie sich zufällig im Zug. Als Anfang der 90er Jahre in Kleve ein Heimleiterwechsel bei der Caritas-Tageseinrichtung „Die Münze“ anstand, hatte Schmidt gesagt: „Ich kenn‘ da jemanden.“

Karl-Heinz Hüttermann bekam allerdings gleichzeitig ein Angebot für die Leitung eines Mutter-Kind-Kurhauses auf Langeoog mit Dienstwohnung am Strand. „Ich entschied mich für Kleve, denn unsere Kinder hätten ab der weiterführenden Schule immer mit der Fähre nach Esens fahren oder ein Internat auf dem Land besuchen müssen“, so Hüttermann.

In Kleve begann seine Arbeit 1992 als Einrichtungsleiter der „Münze“. Ab 2002 übernahm er zusammen mit Helmut van Kempen die Fachbereichsleitung Jugend und Familie. Im Interview mit Verena Rohde von der Caritas-Stabsstelle Kommunikation und Medien erinnert der 65jährige die Bewilligung seines Antrags auf Förderung des Neubaus der Wohngruppe „Knobbenhof“ in Goch-Asperden durch die Aktion Mensch. Darauf sei er persönlich sehr stolz gewesen.

Zur Verabschiedung ihres Kollegen trugen die Fachbereichsleiter einen eigens für ihn gedichteten Song zur Melodie des Mark Forster-Hits „Chöre“ vor. Ganz weg ist Hüttermann aber nicht von seiner Dienststelle, denn er übernimmt ab sofort als Mini-Job den Posten des Datenschutzbeauftragten für den Verband. Ansonsten plant er viel Zeit für seine Enkelkinder und seine Hobbys Sport, Reisen und Archäologie.

Nachfolger im Amt ist der 46-jährige Dirk Wermelskirchen aus Mettmann. Der Diplom Sozialpädagoge studierte in Düsseldorf und arbeitete in verschiedenen Bereichen, wie dem kommunalen Sozialdienst, als Geschäftsführer eines Jugendhilfeträgers und dem Sozialdienst Katholischer Frauen.

Dirk Wermelsirchen ist verheiratet, hat einen Sohn und pendelt jeden Tag von Mettmann nach Kleve. „Das ist okay“, sagt er.

Noch eineinhalb Jahre führt er den Fachbereich  zusammen mit Helmut van Kempen, der dann in Rente geht. „Eine Strukturänderung wird daher nötig sein, das ist auf jeden Fall eine Herausforderung“, sagt der „Neue“.