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Die Seligsprechung des Klever Märtyrers Wilhelm Frede steht bevor

Klever Märtyrer : Seligsprechung von Wilhelm Frede steht bevor

Auf Ebene der Diözese ist der Seligsprechungsprozess abgeschlossen. Die Dokumente sind auf dem Weg nach Rom.

Es hat genau drei Jahre gedauert, bis der Seligsprechungsprozess von Wilhelm Frede auf der Ebene der Diözese Münster abgeschlossen werden konnte. Am 13. März 2017, am 75. Sterbetag Fredes, unterschrieb der Bischof von Münster, Felix Genn, die Akten zur Eröffnung des Seligsprechungsverfahrens für den im KZ Sachsenhausen umgekommenen Diplomaten, der beim niederländischen Konsulat in Kleve arbeitete. Nunmehr, am 13. März dieses Jahres, 78 Jahre nach dem grausamen Tod des Klever Märtyrers, unterschrieb wiederum der Diözsanbischof die Dokumente, die jetzt in zweifacher Ausführung nach Rom geschickt werden. Dort erstellt die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse einen Bericht für Papst Franziskus, der letztendlich die Entscheidung über eine Seligsprechung trifft.

Bischof Genn würdigte bei der Abschlusssitzung in Münster Frede als einen Glaubenszeugen, „der Feuer gefangen hat und versucht hat, andere anzustecken.“ Er unterstrich die Besonderheit, dass es sich bei dem Klever um einen verheirateten Laien gehandelt habe, der sich wie Priester und Ordensleute gegen die Vorherrschaft des Nationalsozialismus gewandt habe und dafür gestorben sei. Bischof Genn dankte allen, die in den vergangenen drei Jahren an der diözesanen Untersuchung mitgewirkt hätten. Sein besonderer Dank galt Paul Gerhard Küsters aus Kleve, der mit „aufopferungsvollen Einsatz“ das Gedenken an Wilhelm Frede wachgehalten habe.

Seit 2017 wurden Fredes Schriften zusammengetragen und von Theologen und Historikern begutachtet. Alles, was über ihn geschrieben und ausgesagt wurde, wurde gesammelt und ausgewertet. Dazu gehören Quellen aus Beständen von sechs Archiven. Insgesamt wurden 17 Zeitzeugen aus dem Großraum Kleve befragt. Das geschah durch Pater Alfred Bell, einer der Amtsträger des Seligsprechungsverfahrens. Verschiedene Dokumente mussten in italienischer Sprache übersetzt werden. Für „Bekenner“ muss ein Wunder nachgewiesen werden, das Gott auf die Fürsprache der Person gewirkt hat. Für Wilhelm Frede ist dagegen kein Wunder erforderlich, da er den Märtyrertod erlitt. Weil Papst Franziskus persönlich keine Selig-, sondern nur Heiligsprechungen vornimmt, könnte eine spätere Seligsprechung durch den Kardinalpräfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse gegebenenfalls in Münster, aber auch in Kleve erfolgen. Selige werden nicht weltweit, sondern nur an einem bestimmten Ort, in einer bestimmten Region oder in einer kirchlichen Gemeinschaft verehrt.

Wilhelm Frede geriet wegen seiner tiefen religiösen Überzeugung nach 1933 immer wieder in Konflikt mit den Nationalsozialisten. Im November 1941 wurde er verhaftet und im Februar 1942 ins KZ Sachsenhausen gebracht. Dort starb er bereits am 13. März 1942. Nach Berichten eines Mithäftlings erfror Frede, weil er von Angehörigen der SS an eine Wand gehängt und mit Wasser überschüttet wurde. Er hinterließ Frau und Tochter. An verschiedenen Orten in Kleve erinnern Tafeln an ihn. 1965 wurde eine Straße in Kleve nach ihm benannt. Auch die Volkshochschule Kleve und der Sportplatz der DJK Rhenania Kleve tragen seinen Namen.