Ende für beliebtes Geschäft Darum schließt die Schokoladenmacherei in Kleve für immer

Kleve · Die Schokoladenmacherei in der Kavarinerstraße in Kleve schließt Ende September ihre Pforten. Warum Konditormeister Martin Marx aufhört – und was er sich für die Zukunft wünscht.

Das ist die Schokoladenmacherei in Kleve
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Das ist die Schokoladenmacherei in Kleve

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Foto: Schokoladenmacherei Kleve

Das ist eine traurige Nachricht für alle Genießer in Kleve und Umgebung: Die Schokoladenmacherei in der Kavarinerstraße schließt für immer. Am 28. September ist es schon so weit. „So wie einst der Schwanenritter zu Beatrix nach Kleve kam, so öffnete die Schokoladenmacherei vor 17 Jahren in der Kavarinerstraße und lud alle ein, in die Welt der Schokolade einzutauchen. Zwar ist das Ende der Schokoladenmacherei nicht so dramatisch wie bei der Sage um Beatrix und ihrem Schwanenritter Elias, dennoch ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, einen neuen Lebensabschnitt zu gestalten“, sagt Martin Marx. Wer mit dem Konditormeister spricht, der merkt: Sein kleines Geschäft ist ihm eine große Herzensangelegenheit. „Es ist eine Altersfrage“, sagt er auf Nachfrage unserer Redaktion. „Dass wir diesen Schritt gehen, ist schade. Aber es waren am Ende auch familiäre Gründe. Ich habe noch eine Zukunftsplanung jenseits des Geschäfts“, sagt Marx.

Er und sein Team bedanken sich bei den Kunden für das Vertrauen und den Austausch, viele kommen seit Jahren in sein Geschäft. „Wir sind lokal ansässig und haben natürlich einige Kunden aus Kleve. Aber auch aus Krefeld oder Düsseldorf kommen uns Menschen gezielt besuchen“, sagt Marx. Über den kleinen Online-Shop kaufen sich zudem immer wieder Klever, die mittlerweile weit weg wohnen, ein Stück zu Hause für ihre neue Heimat. „Wir hören nicht auf, weil das Geschäft nicht laufen würde. Das ist wirklich nicht so“, sagt Marx. „Aber alles hat seine Zeit.“ Zunächst wurden die Mitarbeiter informiert, nun wendet man sich an die Öffentlichkeit. Die Kunden werden es so oder so bedauern.

Eine Lieblingsschokolade hat Marx übrigens nicht. „Ich mache das mein Leben lang, das ist meine Leidenschaft“, sagt er. Und die möchte er auch vermitteln. „Schokolade ist einfach eine schöne Sache. Klar ist eine Möhre gesünder. Aber wenn jemand in meinen Laden kommt und eine Nase voll Schokolade nimmt, ist er glücklich.“ Man habe im Einkauf stets mit kleinen Anbietern und Manufakturen zusammengearbeitet. „Da waren Qualitäten bei, die gibt es so nur einmal. Das macht die Sache immer wieder spannend“, erzählt er.

Bei den Kunden am meisten gefragt sind Pralinen, gefolgt von Tafelschokoladen und den übrigen Produkten. Klar ist auch: Die Schokoladenmacherei ist ein Saisongeschäft. Vor allem in der Vorweihnachtszeit brummt das Geschäft. Aber auch zu Ostern, zum Valentins- und Muttertag werden Kunden häufig auf der Suche nach einem Geschenk in dem Laden fündig. Zu Beginn des Jahres und in der Sommerzeit ist das Geschäft dann etwas ruhiger.

Die Wertschätzung für sein Handwerk seien ihm stets Anerkennung und Motivation zugleich gewesen, sagt Martin Marx. Ganz besonderen Kontakt zu Besuchern gab es immer bei den Kursen, die er angeboten hat. „Das war immer ein intensiver Austausch und eine wirklich schöne Sache. Das wird mit natürlich fehlen“, sagt Marx. Er möchte aber nicht ausschließen, dass er vielleicht in Zukunft noch einmal den ein oder anderen Kurs anbietet. Schokolade bleibt ja schließlich seine Leidenschaft.

Dann aber ohne das Geschäft an der Kavarinerstraße. Für das ist Martin Marx bereits seit einiger Zeit auf Nachfolgersuche. Bisher aber vergebens. Vielleicht findet sich ja aber doch noch ein Betreiber, der die Schokoladenmacherei mit Liebe fortführen möchte. Martin Marx jedenfalls würde es sich wünschen.