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Kleve: Die roten Kugeln der Liebe

Kleve : Die roten Kugeln der Liebe

Für 120.000 Euro hat die Stadt Kleve eine neue Weihnachtsbeleuchtung angeschafft. Der Straßenschmuck wird derzeit in der Innenstadt aufgehängt. Rote Bälle haben die Sterne abgelöst.

Rot und weiß — wie die Farben der Heimatstadt. Bei der Anschaffung der neuen Weihnachtsbeleuchtung für die Klever Innenstadt wurde nichts von der Stange gekauft. Kleve Marketing, das für die Auswahl mitverantwortlich war, hat sich demnach reichlich Gedanken gemacht. Rote Kugeln, die von zwei weißen Schwingen an den Seiten gerahmt sind, werden nun im Herzen Kleves auf das Fest der Liebe vorbereiten. Die neue Dekoration kostete 120.000 Euro und war auch deshalb notwendig geworden, weil die Umrüstung der alten Beleuchtung mit Sparlampen zu teuer gewesen wäre. Etwa vier Euro pro Glühbirnchen hätte dies verschlungen. Dann doch lieber den großen Wurf. Während in den vergangenen Jahren allein 9000 Euro Stromkosten auf der Uhr standen, bis die Sterne wieder eingeholt wurden, soll die neue Beleuchtung lediglich 1000 Euro kosten.

Der Stadt dankbar

Susanne Rexing vom Klever Citynetzwerk (KCN) war von der Anschaffung überrascht: "Dass es so schnell geht, damit hatten wir nicht gerechnet. Eigentlich war die Investition erst für 2010 geplant." Rexing betonte, dass es schön sei, dass jetzt ein einheitliches Konzept gefahren werde und die Kugeln nun in der gesamten Innenstadt aufgehängt würden, zudem müsse man dankbar sein, dass die Stadt diese Ausgaben tätige. Über das, was da demnächst über den Köpfen baumelt, sagte die KCN-Vorsitzende: "Über Geschmack lässt sich sicherlich streiten." Der zweite Vorsitzende im Klever Citynetzwerk, Jörg Hopmans, wollte zu der neuen Beleuchtung kein Statement abgeben: "Ich muss nicht zu allem etwas sagen."

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Dass die neuen Kugeln in Kleve nicht zwangsläufig bei allen Geschäftsleuten eine derartige Begeisterung auslösen, als hätte Genscher gerade den Balkon in der Prager Botschaft betreten, macht Gabriele Sprünken deutlich. Sie führt seit 24 Jahren das Modegeschäft Coco-Mode auf der Kavarinerstraße und fand den Weihnachtsschmuck, der einst von den Geschäftsleuten der traditionsreichen Einkaufsstraße angeschafft wurde, schöner: "Die neue Beleuchtung wirkt nicht. Sie ist zu spärlich. Mir gefiel der alte Straßenschmuck wesentlich besser." Ein Problem scheint zu sein, dass die Geschäftsleute der Nebenstraßen kleinere Ableger der großen Kugeln bekommen. Die Hauptschlagadern Große Straße, Hagsche Straße und Stechbahn werden die Kugel-Vollversion erhalten, die Seitenarme — und dazu gehört eben auch die Kavarinerstraße — werden mit einer abgespeckten Version geschmückt. Doch auch dies sei bewusst so ausgewählt worden, versichert Ute Schulze-Heiming von Kleve Marketing.

(RP)