Kreis Kleve: Die Retter mit der Zange

Kreis Kleve: Die Retter mit der Zange

Wenn ein Rohr platzt oder die Heizung streikt, ist der Sanitärbetrieb Craenmehr zur Stelle. Azubi Christian Berns hat inzwischen die stoische Ruhe seines Chefs übernommen. Beim Thema Bad aber packt ihn die Leidenschaft.

Genaugenommen ist die Firma Craenmehr eine Art Notdienst. Denn wenn die Mitarbeiter des Sanitär-, Heizungs- und Elektrobetriebs zu einem Kunden gerufen werden, steckt der meistens in akuten Schwierigkeiten. Rohrbrüche, verstopfte WCs oder streikende Heizungen gehören zu den Standardaufträgen der Gelderner Handwerker. Um so besser, dass sich Geschäftsführer Gerry Craenmehr im Lauf der Jahrzehnte einen stoischen Arbeitsethos zugelegt. "Wir fahren zum Kunden, sehen uns das Problem an und beheben es”, sagt er ruhig.

Ulrich Wolken, Volksbank an der Niers. Foto: Gerhard Seybert

"Fleißig muss er sein”

Auch bei seinen Azubis interessiert ihn vor allem deren Arbeitseinstellung. Ausgedehnte Vorstellungsgespräche mit Fragen nach persönlichen Interessen sind ihm fremd. "Fleißig muss er sein”, sagt Craenmehr, "und handwerkliches Talent mitbringen.”

Beides trifft auf Christian Berns zu. Der 19-jährige Lehrling hat schon während der Schulzeit ein Praktikum bei Craenmehr absolviert und sich sofort richtig aufgehoben gefühlt. "Die Arbeit macht Spaß, weil sie so vielfältig ist. Außerdem war mir schon immer klar, dass ich ins Handwerk gehen möchte”, erzählt er.

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Von Anfang an wurde der junge Gelderner vollkommen in den Betriebsalltag eingebunden, fuhr zu Kunden und erledigte erste Reparaturen. Dabei half ihm das vom Chef bescheinigte Talent und die professionelle Herangehensweise an die vor ihm liegende Aufgabe. "Wenn da Kunden sind, die aufgeregt sind oder etwas nicht verstehen, dann erkläre ich denen in Ruhe, was wir machen. Dann ist es meistens auch ok”, sagt Christian Berns. Allerdings sieht er seine Ausbildung nicht nur als professionelle Pflicht, die weitgehend emotionslos zu erledigen ist. Vor allem ein Arbeitsbereich hat es ihm angetan: Badezimmer bauen. "Da gibt es so viele Möglichkeiten, seine Ideen einzubringen”, erzählt der Azubi begeistert. Toiletten, Waschbecken, Heizkörper ­ was für die meisten Menschen wichtige, aber nicht sonderlich spannende Alltagsgegenstände sind, sind für den Handwerker Bausteine einer übergeordneten Einrichtungsidee. Schließlich sei jedes Bad anders.

"Auftragsbücher sind voll”

Christian Berns‘ Chancen, auch nach seiner dreijährigen Ausbildung Bäder im Auftrag der Firma Craenmehr installieren zu können, sind gut. "Wir sind sehr zufrieden mit ihm”, sagt Gerry Craenmehr. Zudem kann sich die Firma über zu wenig Arbeit nicht beschweren. "Die Auftragsbücher sind für dieses Jahr voll”, so der Chef. Seinem Azubi wird es sowieso nicht langweilig. Denn auch in seiner Freizeit sind seine Dienste inzwischen begehrt. "Das Bad meiner Schwester habe ich gemacht”, erzählt er stolz.