1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kleve: Die Planung nie an einen Investor abgeben

Kleve : Die Planung nie an einen Investor abgeben

Zunächst hatte der kompetente Gast ein Lob für Rat und Verwaltung mitgebracht: Es sei richtig gewesen, Ende der 1990er Jahre "Nein" zur völlig überdimensionierten Minoritenplatz-Gestaltung durch "Multi" (so Hoorn) zu sagen.

Als die Planungen akut wurden und sich eine Mehrheit für Multi-Development quer durch die Parteien abzeichnete, war Dr. Hans Hoorn erstmals in Kleve. Der Mann, der die niederländische Stadt Maastricht zur europäischen Vorzeigestadt machte, der immer wieder betont, dass Qualität und nur Qualität eine Stadt nach vorne bringt und der jetzt durch die Lande reist, gute Städteplanung zu predigen.

Hoorn hatte damals einen bleibenden Eindruck hinterlassen: Plastikstühle verschwanden aus der Innenstadt, die Werbetafeln wurden kleiner. Auch das erkannte der Mann aus Maastricht, als er jetzt nochmals vor seinem Vortrag vor dem Wirtschaftsforum Kleverland über Städtebau referierte. "Sie haben damals Mut bewiesen - und Sie sind auf einem richtigen Weg", sagte er. Das war Balsam auf städtische Seelen. An anderen Stellen seines kurzweilig-spannenden wie fundierten Vortrags klangen Verantwortlichen der Bauämter, die aus diversen Kommunen des Kleverlandes gekommen waren, wohl die Ohren: "Geben Sie die Planung nie an einen Investor ab - dann haben Sie sofort verloren", mahnte der Stadtsozialoge.

  • Sonderprogramm vom Land : 2,6 Millionen Euro für Kliniken im Kreis Kleve
  • Tim Tripp, Vereinsvorsitzender Klever Weihnachtsmarkt.⇥Foto: Archiv
    Veranstalter ziehen Bilanz in Kleve : „Gut, dass wir den Weihnachtsmarkt gemacht haben“
  • Blick in die Richard-van-de-Loo-Straße in Kleve.⇥RP-Foto:
    Klimaschutzsiedlung in Kleve : Kalte Dusche im Passivhaus – Mieter sind sauer

Immer, immer müsse die Stadt die Oberhand halten, müsse als "Coach" fungieren, was Städtebau und Architektur anginge. "Bei den Bauämtern muss die Kompetenz liegen", sagte er. Wichtig sei Wohnen in der Stadt, was die City dann automatisch belebe. Und noch wichtiger sei die gute Gestaltung des öffentlichen Raumes, der Plätze. Nur dann könne eine Kommune in der harten Konkurrenz der Städte untereinander bestehen. (Ausf. Bericht folgt in der "Lokalen Kultur").

(RP)