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Kleve: Die Liebe zur Heimat

Kleve : Die Liebe zur Heimat

Pastor Alois van Doornick erhielt den „Orden van et Möökeshüß“ der Karnevalsgesellschaft „Quekespiere“. Mit van Doornick bekam der vierte Geistliche die Ehrung. Keppelner Jung hat Orden wahrhaft verdient.

UEDEM-KEPPELN Wenn gleich drei Geistliche an einem Morgen in hervorragendem Platt der Mundart huldigen, ist das schon eine Seltenheit. Bei der Verleihung des von der Karnevalsgesellschaft „Queekespiere“ 1949 Keppeln gestifteten Ordens „Für Verdienste um Brauchtum und Mundart am Niederrhein“, mundartlich „Orden van et Möökeshüß“ genannt, war dieses der Fall. Pastor und Dechant Alois van Doornick aus Kevelaer hieß der 31. Ordensträger und der vierte Pastor, wovon bisher drei aus Uedem kamen.

Wunderbarer Beruf

Da war bei der „Hommes op Platt in St. Jodokus Käppele“ zunächst Pastor Heinrich Geurtz aus Uedem, der den Gedächtnisgottesdienst für die verstorbenen Ordensträger in Konzelebration mit Alois und Theo van Doornick feierte und später im Namen der St.-Franziskus-Pfarrgemeinde dem original „Keppelner Jung“, der diesen Orden wahrhaft verdient hat“ gratulierte. In seiner Festpredigt stellte er die große Liebe der Menschen in Keppeln zu ihrer Heimat heraus. „Pastor zu sein ist ein wunderbarer Beruf, man kann ihn bis zum Greisenalter ausüben“, sagte Pastor Geurtz. Auch der Bruder des Geehrten, Pastor Theo van Doornick, fand mit seinem deftigen Platt ein aufgeschlossenes heiteres Publikum, wenn er aus den Kindertagen des Ordensträgers manches „Döntjen“ zu erzählen wusste. Der Elferrat begleitete Pastor van Doornick unter den Klängen des Musikvereins „König David“ zu seinem Platz. Präsident Robert Terheiden konnte zahlreiche Gäste begrüßen. Ehrenvorsitzender Hein Ries erinnerte an die verstorbenen Ordensträger Pastor Gerd Rogmann und an Hans Dieter Hüsch. Dr. Ludwig Hügen aus Willich-Schiefbahn, der vorjährige Ordensträger, hielt die Laudatio auf seinen Nachfolger. Seiner Rede legte er den alten Turnerwahlspruch „Frisch, fromm, fröhlich, frei“ zugrunde. Die natürliche Frische des Kevelaerer Pfarrers habe ihn beeindruckt. Alois van Doornick sei auch im guten Sinne ein frommer Mensch. Er strahle zugleich eine fröhliche Einstellung aus. Die vierte Forderung des Turnvaters Jahn, „frei“, habe sich in der Freiheit gezeigt, in allen Lebensbereichen, auch im Gottesdienst, seine Muttersprache, das Plattdeutsche, anzuwenden. Präsident Terheiden, Vorsitzende Steffi Neu und Ehrenvorsitzender Hein Ries verliehen den Orden und die Insignien. Glückwünsche überbrachten die Vizelandrätin Hubertina Croonenbroek und Bürgermeister Rainer Weber aus Uedem. Die Parodisten der „Fidelitas“ Uedem, das „Queekenballett“ und der Musikverein huldigten mit ihren Darbietungen dem neuen „Möökeshüß“-Ordensträger. Dieser bedankte sich in einer brillanten Rede.

(RP)