Die Immobilienpreise in Kleve sind stark gestiegen

Immobilienpreise in Kleve : In Kleve explodieren die Immobilienpreise

Eine Empirikia-Untersuchung für die Rheinische Post sieht in Kleve große Preissprünge für Immobilien.

Als der Klever Architekt Friedhelm Hülsmann für seine Punkthäuser an der Hochschule mit Eigentums- und Mietwohnungen warb, war die starke Preisentwicklung für Wohneigentum in Kleve so noch nicht abzusehen. Inzwischen gilt Kleve in einigen Statistiken als die Stadt im Land, die gemessen an ihrer Größe mit die höchsten Preissteigerungen bei Immobilien hat. Das zeigen Untersuchungen für die Rheinische Post. Und auch die Zeitung „Die Welt“ berichtete ausführlich über die kleine Stadt am Rande der Republik, wo die Immobilienpreise in den Himmel schießen und führte Preissteigerungsraten von bis zu 50 Prozent für Eigentumswohnungen an.

„Wir sind da in unseren Prognosen vorsichtiger“, sagt Dirk Brammen, Leiter des Gutachterausschusses des Kreises Kleve, der Jahr für Jahr den Grundstücksmarktbericht für die Region liefert. Wenn der Grundstücksmarktbericht im März vorliege, könne es sein, dass die festgestellten Steigerungen prozentual geringer ausfallen – vor allem mit Blick auf die Kommunen kreisweit. Kleve nehme da sicherlich eine Sonderrolle ein. Brammen merkt aber an, dass man in Städten wie beispielsweise Kevelaer zu wenig Verkaufsfälle habe, um eine verlässliche Prognose festlegen zu können.

Insider aus der Immobilienbranche bestätigen in Kleve massive Steigerungen bei den Haus- und Wohnungs-Preisen, vor allem auch bei den Gebrauchtimmobilien. Es ist eine Entwicklung, die 2010 einsetzte, sich an der Entwicklung der Hochschule Rhein-Waal festmachen lassen kann und sich neben Kleve auch auf die angrenzenden Kommunen Bedburg-Hau und Kranenburg auswirkt. Und auch auf die Mietpreise: Da liegt inzwischen die Miete für ein Reihenhaus bei einer Kaltmiete von 1100 Euro. Dass damit der neue Mietspiegel für Wohnungen auch anders aussehen wird, ist dann kein Geheimnis mehr.

Heinz Mülleneisen, Immobilienmakler, sieht gerade in Kleve eine Preis-Steigerung bei Eigentumswohnungen von bis zu 35 Prozent, beim klassischen Einfamilienhaus könne man eine Steigerung von 25 bis 30 Prozent bei den Preisen feststellen. „Das wird auch so bleiben. Die Nachfrage ist ungebrochen hoch, die Verzinsung günstig und es gibt kaum Möglichkeiten, sein Geld in gute Sachwerte anzulegen“, sagt Mülleneisen.

Dabei fallen auch Schmerzgrenzen. Käufer, die früher bis zu 300.000 Euro für ein Einfamilienhaus gaben, blätterten für ihr Haus inzwischen bis zu 500.000 Euro und mehr auf den Tisch. Wobei sich die Belastung bei den niedrigen Zinsen im Vergleich ähnlich verhalte. Für Mülleneisen ist die Preissteigerung in der Kreisstadt signifikant. Er kann die 1100 Euro Kaltmiete für ein Reihenhaus bestätigen, man erziele in Kleve für eine neue Doppelhaushälfte sogar 1300 Euro Kaltmiete. Bis zur Gründung der Hochschule habe man in Kleve eher stagnierende Preisen gehabt, doch dann sei der Nachfragebedarf nach Immobilien-Eigentum so gestiegen, dass noch einige Jahre mit steigenden Preisen gerechnet werden kann.

Das sieht der Klever Projektentwickler der Tjaden Indsutriepark Kleve, Jan Holtfester, nicht anders. „Es wird zu wenig gebaut, um dem zu erwarteten Zuzug begegnen zu können“, sagt er. Die Nachfrage sei da und sie regele den Preis. In Kleve werde also weiter zügiger Wohnbau auf der Agenda stehen müssen. Er möchte als Nächstes das Lager der Bensdorp-Fabrik zum Wohnhaus mit Kleinwohnungen umbauen.