Kranenburg: Die Idee von der Galerie im Stall

Kranenburg: Die Idee von der Galerie im Stall

Seit 2004 sorgen sie für Farbe auf den Wänden - Sharon und Klaus Ebbers holen Maler aus den Metropolen an den Rand der Republik. Ein schönes hartes Geschäft.

Galerien sind der Regel ein Zuschussgeschäft. Nur wenige ernähren ihren Betreiber, vielleicht die Hälfte bringt die Kosten wieder herein. Für Klaus Ebbers ist seine Galerie die Fortsetzung einer Idee. Die Idee, Kunst zu sammeln und für diese Kunst auch andere zu begeistern, so, wie er vor Jahrzehnten für die Kunst begeistert wurde.

Diese anderen kommen aus der Region aus Hamburg, aus Düsseldorf, aus Essen und aus den Niederlanden zu seiner Galerie am Rande der Republik, die mitten in der Plaine an einem mehr Feldweg denn Straße in einem kleinen Gehöft mit Haupthaus und Scheune liegt.

Infiziert vom Gedanken an Kunst wurde Klaus Ebbers als 16-Jähriger von Joseph Beuys, der für die Grünen warb. "Ich war damals in Kalkar - auch bei den Demonstrationen. Da wurde man als 16-Jähriger von der Provinz in die weite Welt katapultiert", blickt Ebbers zurück.

Seine Mutter schickte ihn zu Hans van der Grinten: Der kenne sich mit Kunst aus, war ihr Rat. Klaus Ebbers fuhr mit dem Moped nach Kalkar, wo van der Grinten eine Ausstellung eröffnete. "Verstanden hab' ich da gar nichts", gibt er zu.

Das sollte sich schnell ändern. Bald ging er ein und aus im Hause des Sammlers. Für Ebbers stand bald fest: "Auch ich werde Sammler". Er rechnete aus, dass er, wenn er eine Sammlung wie van der Grinten aufbauen wollte, ab jetzt jeden Tag ein Kunstwerk erwerben musste. Natürlich kaufte Ebbers nicht jeden Tag ein Kunstwerk, auch wenn er für manches Bild ein paar Überstunden einlegte. Er arbeitete damals im Messebau.

"Ich wollte weg aus der Provinz - und kaufte mit 21 Jahren das Haus in Kranenburg", sagt Ebbers. Er lacht über den scheinbar Gegensatz. Aber: "Ich hab schon beim Kauf daran gedacht, im Stall dort eine Galerie einzurichten und Kunst auszustellen", sagt Ebbers.

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Das dauerte aber noch: Seit 2004 arbeiten Sharon und Klaus Ebbers auch als Galeristen. Vorher leitete er sechs Jahre die Ausstellungen im Museum Katharinenhof, dann ging's an die eigene Galerie. Seine Frau Sharon hatte Ende der 1990er Jahre eine Rahmenwerkstatt in dem kleinen Hof eingerichtet.

Man begann mit Rahmungen für Künstler, dann für deren Sammler. "Und irgendwann stand jemand vorne und wollte eines meiner Bilder kaufen", erzählt Ebbers. Doch er wollte nicht verkaufen, weil er sich ja als Sammler verstand. Andererseits, würde es Platz geben, sagte ihm der Künstler.

"Und vom Gewinn kaufst Du Dir ein neues...", sagte der. Die Idee gärte. Ebbers erfand für sich dann die Vorstellung vom erweiterten Sammlungsbegriff: "Bilder, die ich verkaufe, gehören ja zu Künstlern, die ich sammle oder sammeln würde - und deren Bilder ich bei meinen Kunden auch weiter sehen könnte".

Ein Geschäft ist das Geschäft mit Kunst nur für wenige: Die Erhöhung der Mehrwertsteuer von sieben auf 19 Prozent sei für die meisten Galeristen eine Katastrophe gewesen, eine zwölf prozentige Preissteigerung wäre nicht durchzusetzen gewesen, sagt Ebbers.

Den Umsatz um zwölf Prozent zu erhöhen, sei aber kaum möglich. Bleibt die Idee von der Kunst, die weitergegeben wird, die Idee, eine Gruppe von Leuten, die man bewundert, in die Provinz holen und ausstellen zu können, sich zu freuen, dass namhafte Künstler bereit sind, wieder zu kommen und zu hoffen, dass die Bilanz ausgeglichen ist . . .

(mgr)