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Anke Haun: Die Fördergelder sprudeln

Anke Haun : Die Fördergelder sprudeln

Kleves Citymanagerin hat im Mai ihre Arbeit aufgenommen. Einen Schwerpunkt bilden die Förderprogramme Verfügungsfonds sowie Fassaden- und Hofflächenprogramm. Im Interview zieht sie eine erste Bilanz und blickt auf 2017.

Wie lautet Ihre Bilanz des vergangenen Halbjahres?

 Die Fassade des H&M Hauses in der Klever Fußgängerzone wurde aus finanziellen Mitteln das Fassaden- und Hofflächenprogramms rot gestrichen.
Die Fassade des H&M Hauses in der Klever Fußgängerzone wurde aus finanziellen Mitteln das Fassaden- und Hofflächenprogramms rot gestrichen. Foto: Mediamixx

Anke Haun Wir sind mit den ersten Monaten sehr zufrieden, freuen uns über die positive Resonanz. Wir haben Förderprojekte mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 555.300 Euro angeschoben. 506.160 Euro davon entfielen auf das Fassaden- und Hofflächenprogramm (Förderung in Höhe von rund 94.900 Euro) und etwa 49.140 Euro auf den Verfügungsfonds (davon Förderung von rund 23.370 Euro). Das ist ein sehr guter Start.

Wie sind Sie vorgegangen?

Haun Zunächst haben wir uns ein Bild der Innenstadt gemacht und uns bei vielen Akteuren vorgestellt, beispielsweise beim KCN, dem Haus- und Grundbesitzerverein Kreis Kleve sowie bei weiteren Einzelhändlern, Gewerbetreibenden und Immobilienbesitzern. Parallel dazu sind wir in die konkrete Beratung eingestiegen, vor allem zu den Förderprogrammen.

Wie beurteilen Sie das Interesse an den Förderprogrammen?

Haun Sehr gut! Im Rahmen des Fassaden- und Hofflächenprogramms wurden insgesamt 18 Beratungen durchgeführt, zehn davon hat das Citymanagement zusammen mit dem Modernisierungsberater, dem Architekten Martin Eiselt, bewerkstelligt. Zehn Förderanträge wurden bereits bewilligt und die ersten Maßnahmen umgesetzt. Diese werden wir nach und nach vorstellen, um weitere Immobilienbesitzer zum Mitmachen zu motivieren. Das klappt natürlich am besten mit konkreten Erfolgsbeispielen.

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Wie sieht es beim Verfügungsfonds aus?

Hauns Hier wurden bereits zwei Projekte bewilligt, die in Kürze realisiert werden. Drei weitere Maßnahmen befinden sich in der Genehmigungsphase. Speziell für diesen Fonds hat die Stadt ein unabhängiges Entscheidungsgremium ins Leben gerufen, das sich einmal im Quartal trifft und über eingereichte Ideen berät. Diese können von Bürgern, Vereinen, Händlern oder Immobilienbesitzern stammen und sollen dazu beitragen, den öffentlichen Raum attraktiver zu machen. Die Bandbreite reicht von Bänken bis zu Bepflanzungen, von Kunstwerken bis zu Kinderspielgeräten, von Müllbehältern bis zu Marketingaktionen. Im Idealfall schließen sich mehrere Akteure zusammen, entwickeln eine Projektidee und setzen sie gemeinsam um.

Und dann gibt es ja noch das Geschäftsflächenmanagement...

Haun Das stimmt. Hierfür haben wir als ersten Aufschlag eine Befragung der Eigentümer leerstehender Ladenlokale der Klever Innenstadt gestartet. Die Befragung wurde gemeinsam mit Christian Jankowski von der Technischen Universität Kaiserslautern durchgeführt. Er widmet sich dem Thema Geschäftsflächenmanagement im Rahmen seiner Abschlussarbeit. Nach Auswertung der zurückgesandten Fragebögen verfügen wir im besten Fall über ein klares Bild zum Stand der Dinge und können dann Konzepte für mögliche Nutzungen entwickeln.

Was sind Ihre Schwerpunkte für das Jahr 2017?

Haun Wir wollen vor allem den Verfügungsfonds bekannter machen. So ist im ersten Quartal eine Informationsveranstaltung geplant, bei der wir konkrete Beispiele aus anderen Städten vorstellen. Mit diesem Förderinstrument können wir in Kleve noch einiges erreichen. Zudem werden wir weiterhin intensiv zum Fassaden- und Hofflächenprogramm beraten und weitere Aktionen zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt anstoßen. Außerdem wollen wir die Klever inspirieren, viele eigene Ideen zu entwickeln.

DIE FRAGEN STELLTE MARC CATTELAENS

(RP)