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Die Faniermeile an der Stadthalle in Kleve kommt nicht ans Wasser

Städtebau in Kleve : Flaniermeile kommt nicht ans Wasser

Beim nächsten Bauabschnitt zur Umgestaltung des Stadthallenumfeldes werden der Worcester-Platz, der Platz vor der Stadthalle und die Fußgängerflaniermeile entlang des Kanals gebaut.

Viel ist von den Plänen für die neue Flaniermeile „Bleichen“ entlang des Kanals zwischen Worcester-Brücke und Stadthalle nicht übrig geblieben: Ursprünglich sollte der Weg hinab bis fast ans Wasser gehen, es sollte vielleicht auch kleine Aussichtspunkte in der Böschung geben. Ein schönes Auf und Ab, das den Spazierweg interessant gemacht hätte. Doch als Bernhard Klockhaus, Chef des Fachbereichs Tiefbau, die Planung jetzt dem Umwelt- und Verkehrsausschuss vorstellte, war davon nicht mehr die Rede.

Zunächst freute sich der Tiefbau-Chef, dass die Stadt die letzten Asphalt-Arbeiten an der Wasserstraße umgesetzt hat und somit der zweite Bauabschnitt der Neugestaltung des Stadthallenumfeldes fast in der vorgegeben Zeit abgeschlossen werden konnte. Es gab tatsächlich nur zwei Wochen Verzögerung – angesichts der Großbaustelle wohl vertretbar, meint Klockhaus. Damit könne man jetzt mit dem Bauabschnitt „Uferwanderweg Bleichen“ beginnen, so Klockhaus.

Das bedeutet zunächst einmal, dass die Straße Bleichen für den Autoverkehr Geschichte ist. Autos müssen jetzt über die Wasserstraße. Grundsätzlich über die Wasserstraße sollen künftig aber auch die Fahrradfahrer, denn der 2,5 Meter breite Uferweg soll ein reiner Fußweg sein. „Der Umweg über die Wasserstraße ist Fahrradfahrern aber zuzumuten“, versuchte Klockhaus erstes Murren in der Politik zu beruhigen.

Dann machte er klar, dass der Weg „oben“ bleibt – also so verläuft wie derzeit die Straße. „Wir müssten Höhenunterschiede von bis zu drei Metern überbrücken, um nah an das Wasser des Kanals zu kommen“, sagt Klockhaus. Wolle man den Zugang barrierefrei gestalten, müsste man Rampen von 50 bis 70 Meter Länge bauen. Also hab man beschlossen, den Weg oben zu lassen. Ein kleiner Trost: Dadurch könne man auch die oben an der Straße stehenden Bäume erhalten.

Verbessert werden sollen auch die Sichtbezüge von Brücktor und Opschlag gen Stadthalle und von der Brücke auf die Böschungen des Kanals, die nicht sonderlich gepflegt aussehen. „Das wollen wir attraktiver machen“, sagt Klockhaus. Das neue Foyer, das vor einigen Jahren den Haupteingang der Stadt an die andere Seite verlegt hat, soll jetzt auch einen passenden, gepflasterten Vorplatz bekommen, der zwar verkehrsfrei wird, über den die Stadthalle aber auch angefahren werden kann. Auf diesem Platz sollen Sitzmöglichkeiten aufgestellt werden.

Am anderen Ende des Fußweges, der von einer wassergebundenen Decke geschützt wird und damit auch Regendurchlässig sein soll (so Klockhaus auf Nachfrage von Heinz Goertz, Unabhängige Klever) liegt dann die Fläche für den 1600 Quadratmeter großen Spielplatz sowie der neu gestaltete Worcester-Platz. „In den Worcester Platz soll die englische Telefonzelle, der Briefkasten und nicht zuletzt natürlich die Stein-Stele intergiert werden“, sagt Klockhaus. Der Platz solle deutlich größer werden und so künftig besser als Platz auszumachen sein. Der Spielplatz sollte ein Mehrgenerationen-Platz werden, man denke aber derzeit darüber nach, ob man die Spielgeräte für Erwachsene nicht auch auf dem Weg platzieren könne, sagt Klockhaus.

Auf erneute Kritik der Politik, die Fahrräder vom Uferweg zu verbannen, sagte Bürgermeisterin Sonja Northing, dass der Umweg nicht so groß sei, wenn man über die Wasserstraße fahre. Und Ordnungsamts-Chef Ralf van Hoof fügte an, dass die Wasserstraße eine Tempo-20-Zone sei, es dort so gut wie keinen Busverkehr mehr und auch nur Pkw-Zielverkehr gebe. Wiltrud Schnütgen (Grüne) merkte an, dass von der ursprünglichen Planung nicht mehr viel übrig geblieben sei und man eine große Pflasterfläche vor der Stadthalle habe.

Werner Verhoeven (CDU) fragte, was aus dem Parkdeck neben der Stadthalle geworden sei, das vielleicht einen trockenen Übergang in die Stadthalle schaffen könne? Das sei in Prüfung, erklärte Klockhaus. Aber ob es vielleicht das eineinhalbgeschossige Parkhaus gibt oder die Parkplätze weiter über den Platz verteilt würden, sei noch nicht „final entschieden“. Das sei dann der nächste Abschnitt im Vorhaben „Verbesserung des Stadthallenumfeldes“.