Corona-Krise im Kreis Kleve Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes

Analyse | Kreis Kleve · Die CDU im Kreis Kleve befindet sich in einem Dilemma. Auf der einen Seite möchte und muss sie sich mit der Problematik der Leiharbeiter befassen. Auf der anderen Seite fühlt sie sich verbunden mit Landrat Wolfgang Spreen. Dessen Krisenmanagement ist allerdings eine Katastrophe.

 Landrat Wolfgang Spreen (l.) und CDU-Kreisvorsitzender Dr. Günther Bergmann (Archivbild).

Landrat Wolfgang Spreen (l.) und CDU-Kreisvorsitzender Dr. Günther Bergmann (Archivbild).

Foto: Stade, Klaus-Dieter (kds)/Stade,Klaus-Dieter (kds)

Er weiß es, gibt es aber nicht zu. Und sie weiß es eigentlich auch: Die Rede ist von Landrat Wolfgang Spreen und der CDU im Kreis Kleve. Beide machen momentan keine gute Figur.

Zu Landrat Wolfgang Spreen wurde – im Übrigen nicht nur in dieser Zeitung – hinlänglich viel geschrieben. Der Tenor ist überall gleich. Man ist unzufrieden mit der Art und Weise des Krisenmanagements und der Kommunikation in der Corona-Krise im Allgemeinen und der Leiharbeiterproblematik im Besonderen. Im Sozialausschuss des Kreises Kleve am Dienstagnachmittag wurde das mehr als deutlich. Kritische Fragen der SPD-Fraktion wurden mit Verweis auf eine schriftliche Antwort des Landrates irgendwann in den nächsten Tagen nicht öffentlich diskutiert. Nur wenn es darum ging, auszuteilen, konnte Spreen etwas sagen. Zum Beispiel in Richtung Norbert Killewald und Thorsten Rupp von der SPD-Fraktion: „Wenn ich keine Lösung weiß, dann gründe ich einen Arbeitskreis... Seit 1,5 Jahren fällt Ihnen nichts Intelligenteres ein... Kritik macht Sie nervös, oder?“

Frage zurück: Wer ist hier eigentlich nervös? Was haben Sie, lieber Landrat Wolfgang Spreen, in den vergangenen anderthalb Jahren eigentlich gemacht, um das Problem der Leiharbeiter im Kreis Kleve in den Griff zu bekommen? Welche intelligenten Lösungen haben Sie den Städten und Kommunen präsentiert? Richtig. Nichts. Zumindest sind keine bekannt.

Ob eine AG nun die Lösung ist oder eben eine Resolution, das mag ich gar nicht beurteilen. Wichtig ist, dass etwas gemacht wird, nichts unversucht bleibt. Proaktiv agieren statt sich hinter Paragrafen zu verstecken. Das sollte – nicht nur in diesen Zeiten – die Devise sein.

Und die CDU im Kreis Kleve? Täte sich einen großen Gefallen, klare Kante zu zeigen. Ein bisschen Leiharbeiter, ein bisschen Landratsfrieden – damit lässt sich keine Wahl gewinnen. Sie steckt in einem Dilemma: Auf der einen Seite möchte und muss sie sich mit der Problematik der Leiharbeiter befassen. Auf der anderen Seite fühlt sie sich verbunden mit Landrat Wolfgang Spreen. Dessen Krisenmanagement ist allerdings eine Katastrophe. Arroganz kommt, wie sich im Ausschuss gezeigt hat, auch noch dazu.

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