Kreis Kleve: Die besten Jungmeister ihres Fachs

Kreis Kleve: Die besten Jungmeister ihres Fachs

Der Elektrotechniker David Fischer aus Kalkar und der Feinmechaniker Johannes Pitz aus Kleve legten die besten Meisterprüfungen ihres Handwerks ab. In zwei Wochen werden sie von Landeswirtschaftsminister Pinkwart geehrt.

Zum 69. Mal richtet die Handwerkskammer für den Regierungsbezirk Düsseldorf am Sonntag, 22. April, zu Ehren der knapp 1000 erfolgreichen Absolventen ihrer Meisterschulen eine zentrale Festveranstaltung aus. Seit Jahrzehnten ist dies alljährlich die größte Saalveranstaltung und Handwerks-Kundgebung der Republik. Besonders erfolgreich schnitten David Fischer aus Kalkar und Johannes Pitz aus Kleve ab. Beide legten die besten Meisterprüfungen ihres Handwerks ab, bestanden die vier Prüfungsteile Fachpraxis und -theorie, Betriebswirtschaftslehre und Berufspädagogik mit mindestens überdurchschnittlichen Leistungen. Sie werden am 22. April in der Stadthalle Düsseldorf von Landeswirtschaftsminister Prof. Andreas Pinkwart auf großer Bühne geehrt.

Foto: Handwerkskammer Düsseldorf

"Länger als die zehn Jahre Schullaufbahn wollte ich nie machen. Ich war eher ein mittelmäßiger Schüler und war sehr froh nach Klasse 10 endlich eine Ausbildung absolvieren zu können", berichtet David Fischer von seinem Weg zu seiner ersten Ausbildung zum Industriemechaniker für Systemtechnik. "Mein Vater machte mir diese Ausbildung schmackhaft, er hat mir als selbstständiger Tischler die Welt des Handwerks immer mal wieder gezeigt", sagt er. Der Schritt in die Berufswelt war für David Fischer der richtige Weg, denn die Prüfung zum Industriemechaniker legte er mit einer guten Note ab. Direkt im Anschluss an die Lehre war er vier Jahre lang als Industriemechaniker und Schlosser in den Wirtschaftsbereichen Industrie und Handwerk beschäftigt. Parallel dazu orientierte er sich aber schon anderweitig. Dazu sagt David Fischer: "Ich verspürte den Drang, noch etwas anderes machen zu wollen. Mein Interesse an einer zweiten Ausbildung in einem elektrotechnischen Bereich wuchs. "Veranlasst durch die damalige Wirtschaftskrise und einem Stellenwechsel sagte ich mir 2011, dass ich jetzt den Schritt in eine zweite Ausbildung gehen sollte." David Fischer absolvierte bis 2014 eine zweite Lehre zum Elektroniker für Betriebstechnik. Sein Mut wurde belohnt: Diese Lehre schloss er mit einer sehr guten Note als damaliger Jahresbester ab. Ab 2015 besuchte er die vier Teile der Meisterschule abwechselnd in Voll- und Abendschulform. Neben der erfolgreich abgelegten Meisterprüfung im Elektrotechniker-Handwerk im Jahr 2017 kann sich Fischer auch Jahresbestmeister seines Fachs nennen. Derzeit befindet er sich in einem Arbeitsverhältnis und ist zuständig für die Wartung und Instandhaltung von Maschinen.

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Johannes Pitz wusste schon früh, dass es beruflich für ihn "irgendetwas im Bereich Technik" sein müsste und probierte bereits während der Schulzeit verschiedene Optionen aus. Den ersten Einblick vermittelte ein Schulpraktikum im Bereich Heizung und Sanitär, weitere Praktika folgten. Nach dem Besuch der Realschule und dem Abitur am Berufskolleg mit handwerklich-technischem Schwerpunkt im Bereich Metall hatte Johannes Pitz 2011 begonnen, Maschinenbau zu studieren, musste das Studium aber nach zwei Jahren wieder aufgeben. Pitz, der immer von seiner Familie unterstützt wurde, blieb dem Metallberuf treu und wechselte zu einem Betrieb, der viele verschiedene Tätigkeiten im Bereich Maschinenbau abdeckte und außerdem einen guten Ruf in Sachen Ausbildung besaß. Nach Beginn der Ausbildung bei der Schlosserei Herbert Korgel Metallbau lief es gut bei ihm: Bei der Gesellenprüfung war Pitz Innungsbester im Metallhandwerk des Kreises Kleve. Es stand für ihn schon fest, dass er nach Abschluss der Lehre seinen Meister machen würde. Bereits acht Monate nach der Gesellenprüfung startete er die Meisterschule, die er in Vollzeit in Düsseldorf absolvierte. Und im Nachhinein ist er überzeugt: Es war ein perfekter Anschluss nach der Lehre, um sich direkt weiterbilden zu können.

Dass er bei der Prüfung - sein Meisterprüfungsstück war eine Bohrvorrichtung für leistungsgeminderte Personen - gut abschneiden würde, glaubte Johannes Pitz deshalb also schon. Damit, dass er Jahresbestmeister werden würde, hätte er aber nie gerechnet. Er arbeitet zurzeit beim Industrieöfen-Hersteller Ipsen International in Kleve in der Arbeitsvorbereitung.

(RP)