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Kleve: Die beste Dozentin Nimwegens

Kleve : Die beste Dozentin Nimwegens

Dr. Judith Keßler (31) ist in Emmerich geboren und hat in Kleve ihr Abitur gemacht. Nach ihrem Studium in Nimwegen ist sie Dozentin für Geschichte geworden und hat einen Beliebtheitspreis gewonnen.

Wenn jemand von den eigenen Studenten und einer Jury zur beliebtesten Dozentin an der Fakultät für Geisteswissenschaften vorgeschlagen wird, ist das schon aller Ehren wert. Wenn es sich dabei auch noch um eine junge Deutsche handelt, die an der Radboud Universität Nimwegen niederländische Sprache und Kultur unterrichtet, umso mehr. Judith Keßler (31) aus Kleve ist nicht nur mit dem "Onderwijsprijs Letteren 2011" ausgezeichnet worden, vor Kurzem hat sie auch ihren Doktortitel in den Niederlanden gemacht.

Der Weg zum Beruf

Die Begeisterung für ihr Fach hat sie schon in ihrer Jugend in Kleve entdeckt. "Ich habe schon immer wahnsinnig gerne gelesen", sagt sie. Während ihrer Schulzeit am Freiherr-vom-Stein Gymnasium in Kleve hat sie Niederländisch gelernt und sich dazu entschlossen, dabei zu bleiben. Nach ihrem Abitur 1999 stellte sich auch nicht wirklich lang die Frage, zu welcher Universität sie geht. "Ich habe mir zwar auch deutsche Hochschulen angeschaut, aber in Nimwegen hatte ich gleich das Gefühl: da willst du hin. Und das habe ich bis heute nicht bereut", erinnert sich Keßler. Dort hat sie erst Niederländisch und später Altniederländisch studiert.

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Der Traumberuf

Seit ihrem Studium ging es steil bergauf. Ihren Abschluss bestand sie "met lof", also mit Auszeichnung. Schon vorher sei ihr Traum gewesen, eine Lehrstelle zu erhalten. Und — natürlich — hat sie die auch bald bekommen. "Ich habe immer mit Spaß und Ehrgeiz meine Ziele verfolgt. Aber Etwas grundlegend anders hätte ich nicht gemacht", sagt Keßler.

Der Blick über den Tellerrand

Auch an der Schule hat sie schon unterrichtet, auf Dauer hat es sie aber wieder an die Universität gezogen. "Das ist zwar ein wunderbarer Job, mir hat aber einfach das Wissenschaftliche gefehlt", erzählt sie.

Die Beziehung zum Niederrhein

In die Niederlande ziehen wollte sie nicht. "In Kleve kann man sehr schön wohnen und ich habe gerne eine räumliche Distanz zu meiner Arbeit", sagt sie. Den Schalter im Kopf könne sie aber nicht so einfach umlegen. "Auf der Arbeit spreche und denke ich auf Niederländisch. Wenn ich dann nach Hause komme, fallen mir manche deutsche Wörter auf Anhieb gar nicht mehr ein", sagt Keßler und lacht.

Die aktuellen Ziele

Zuletzt leitete sie ein Seminar der etwas anderen Art: Sie behandeltemit niederländischen Studenten den deutschen Humor. "Am Anfang haben alle gesagt: Die Deutschen haben keinen Humor. Am Ende dachten sie anders darüber. Nur Loriot, den haben sie nicht verstanden", so Keßler.

Der Blick in die Zukunft

"Ich möchte an der Universität bleiben, am liebsten hier in Nimwegen", erzählt sie. Sie hat auch schon ein neues Forschungsprojekt: "Devotio moderna", eine Christenbewegung des Spätmittelalters.

Info In der Serie neuen "Auf dem Weg" stellen wir junge Niederrheiner vor, die von erreichten und verfehlten Zielen erzählen.

(RP/ac)