1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Die Arbeit im Museum Schloss Moyland geht trotz Corona weiter

Museum Schloss Moyland : Arbeit geht trotz Krise weiter

In Moyland hofft man, dass die Restauratoren in der großen Ausstellungshalle trotz Corona-Krise ihre Arbeit ab Mai/Juni aufnehmen können. Eine Verzögerung will man sich nicht leisten. Zum Beuys-Jahr 2021 soll alles fertig sein.

Die komplette Anlage Schloss Moyland mit Park, Museum, Nordturm und Gastronomie hat die Türen geschlossen: Besucher gibt es derzeit in den Museen in ganz Nordrhein-Westfalen keine. Doch trotz Krise muss die Arbeit, Museum Schloss Moyland wieder nach oben zu bekommen, weitergehen. „Auch wenn die Planbarkeit gerade jetzt angesichts der Corona-Beschränkungen nicht einfach ist“, sagt Julia Niggemann, die kaufmännische Direktorin des Museums. Spätestens mit dem Beuys-Jahr 2021 sollen die Probleme aus der Vergangenheit behoben sein und soll der Blick soll nach vorne gehen. Schließlich sind die Werke des am Niederrhein aufgewachsenen Weltkünstlers das große Pfund, mit dem Museum Schloss Moyland international wuchern kann.

„Wir können es uns nicht leisten, beispielsweise das Monitoring für die Klimaanlage in den Depots jetzt komplett liegen zu lassen“, sagt die Direktorin. Schließlich sollen die Restauratoren im Mai/ Juni mit ihrer Arbeit starten. „Das müssen wir jetzt abstimmen und die Mannschaft entsprechend aufstellen“, sagt die Verwaltungsdirektorin. Das sei allerdings der jetzige Stand und sie hoffe, dass Corona ihr diese Planung nicht noch zerschlage. Niggemann ist aber guter Dinge, dass es im Bereich der Restauratoren trotz Corona-Beschränkungen weiter geht und es keine Probleme geben dürfte: Die Restauratoren arbeiten in getrennten Kojen und müssen schon allein wegen der zu erwartenden Schimmelporen Schutzkleidung tragen: Sie sollen die Kunstwerke aus den Depots reinigen.

Für Mitarbeiter gilt auch im Museum: „Abstand halten, Meetings vermeiden, wer kann, geht ins Home Office“, sagt Niggemann. Die Parkpflege, die in den Händen der Gärtner von Haus Freudenberg liegt, läuft auf Sparflamme. Zwar hat der Park für den Publikumsverkehr geschlossen, dennoch muss die Parkpflege weiter geführt werden. Das Aufsichtspersonal wurde mit anderen Aufgaben beschäftigt oder baut Überstunden ab.

Wenn die Krise über einen deutlich längeren Zeitraum andauern sollte, müsse man auch darüber nachdenken, wie man die fehlenden Einnahmen aus dem Eintritt wettmachen könne, sagt Niggemann auf Nachfrage. Denn Moyland muss seinen Etat in Teilen aus dem Eintritten mitfinanzieren. Da werde man dann mit der NRW-Kultur-Ministerin verhandeln müssen. „Aber wie alle anderen können wir in Moyland auch nicht in die weitere Zukunft planen und müssen sozusagen von Tag zu Tag auf Sicht fahren, auch was die laufenden und kommenden Ausstellungen betrifft“, sagt sie kaufmännische Direktorin.

Da müsse man in der Kunstvermittlung bei den Ausstellungen kreativ sein, sagt Barbara Strieder, kommissarische künstlerische Leiterin des Hauses. „Wenn die Besucher nicht zum Museum kommen, muss das Museum zu den Besuchern kommen“, sagt die Kunsthistorikerin. Man werde versuchen, möglichst viel in den Sozialen Medien wie Facebook und Instagram und im Internet „unterwegs“ zu sein, also dort die Ausstellungen und die wichtigen Werke aus Moyland vorzustellen. Aber wie in Kleve gibt es auch in Moyland noch keinen virtuellen Rundgang durch das Schloss.

Die Vorbereitungen für das kommende Beuys-Jahr mit der großen Schamanen-Ausstellung über den Künstler laufen auf Hochtouren weiter. „Wir drehen hier ja nicht Däumchen, nur weil das Museum geschlossen ist“, sagt Strieder. Auch versucht man verschiedene Szenarien durch zu spielen, was mit den gerade eröffneten Ausstellungen, die fast noch keiner sehen konnte, geschehen könne. „Wir versuchen sie ein Stück nach hinten zu verschieben - da steckt für alle beteiligten viel Arbeit drin und es wäre doch schade, wenn das keiner besichtigen kann“, sagt die kommissarische künstlerische Leiterin von Schloss Moyland.