Kleve: Die anderen Straßenbahnlinien

Kleve: Die anderen Straßenbahnlinien

Die Straßenbahnlinie von Kleve bis zur niederländischen Grenze war wohl die längste, aber nicht die erste und einzige. Schon zehn Monate vorher war am 1. Oktober 1911 die Strecke von Kleve bis zur Emmericher Fähre am Rheinufer fertiggestellt geworden. Dort fuhren die letzten Wagen am 17. Oktober 1960. Der Erste Weltkrieg verzögerte die Eröffnung der Linie Kleve-Bedburg-Hau.

Am 15. August 1920 fuhren die Wagen erstmals bis zum Weißen Tor, knapp drei Monate später am 7. November ging es erstmals bis zur Endstation vor dem Bahnübergang am Bahnhof Bedburg-Hau. Nach dem Krieg wurde der auch von vielen Leuten aus der Klever Oberstadt und Materborn genutzt, als die Straßenbahn von der Post in der Hagschen Straße aus wieder den Betrieb dorthin aufnahm; denn in der zerbombten Klever City gab es noch kein Durchkommen. Am 29. Juli 1950 kam nach der kürzer gewordenen Route zur vorverlegten Grenze als weitere Strecke Kleve-Materborn hinzu, für die man die in Beek und am Wyler Meer abmontierten Schienen verlegt hatte. Diese beiden Verbindungen existierten bis zum 1. April 1962. Damit hatte die Straßenbahn im Altkreis Kleve ihre Schuldigkeit getan.

Zum Schluss ein Blick auf die andere Rheinseite: Der Kreistag in Rees beschloss am 10. Februar 1910 den Bau einer elektrischen Kleinbahn von Wesel bis Emmerich. Am 6. November 1914 nahm sie den Verkehr zwischen Wesel und Rees auf, der von dort 1919 laufende Dampfbetrieb bis Emmerich wurde 1921 elektrifiziert, nach Kriegsende jedoch nicht wieder aufgenommen. Die südlichere Strecke wurde am 30. Juni 1966 aufgegeben.

(RP/ac)
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