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Kleve-Kellen: Deutschlands beste Schülerzeitung

Kleve-Kellen : Deutschlands beste Schülerzeitung

Junge Redakteure der Karl-Kisters-Realschule haben bundesweit den ersten Platz beim Schülerzeitungswettbewerb der Länder belegt. Die Kellener Schüler schreiben und produzieren in Eigenregie. Die Preisvergabe findet in Berlin statt.

Jedes Mal, wenn die Kellener Realschüler mit ihrer Schülerzeitung "Notenfrei" beim Wettbewerb antreten, müssen ihre Mitbewerber zittern. Denn die 11- bis 16-jährigen haben beim Schülerzeitungswettbewerb der Länder, veranstaltet von der Kultusministerkonferenz der Länder und der Jugendpresse Deutschland, schon drei Mal einen Platz auf dem Treppchen belegt. Ein dritter, ein zweiter und jetzt bundesweit der erste Platz in der Kategorie "Sekundarstufe" — das ist die Bilanz von fünf Wettbewerbsteilnahmen.

Zum "Notenfrei"-Team gehören Redakteure, Layouter, freie Mitarbeiter und Marketingexperten. Vier Mal im Jahr erscheint eine Ausgabe, die jeweils einen Euro kostet. Marketing-Chef Jan Gietemann und Kilian Wölfl, zuständig für Abonnements, kennen die Daten und Fakten der Schülerzeiten aus dem FF: "Die Auflage liegt bei 400. Davon haben wir beim letzten Mal 350 verkauft", sagt Jan Gietemann. Und Kilian Wölfl ergänzt: "160 Schüler und zehn Lehrer haben ,Notenfrei' abonniert."

Die Ideen für ihre Zeitung entwickeln die Schüler selbst. "Wir beobachten die Medien genau, um Themen zu finden, die Schüler interessieren", sagt Chefredakteurin Jana Verfürth. Und dann gibt es da noch die Redakteure und freien Mitarbeiter, die Themen selbst einbringen. Die Rubriken sind jedes Mal gleich. Die Titelstory und die ersten Seiten sind aktuellen Themen vorbehalten. Dann kommen der Sportteil und die Rubriken Politik und Wirtschaft. Dabei geht es nicht nur um das große Weltgeschehen. So taucht im Wirtschaftsteil auch schon mal ein Artikel auf wie "Schokolade im Test".

Mit ihrer jüngsten Ausgabe, die das Titelthema "Gleichberechtigung" trug, konnte das Redaktionsteam die Jury voll überzeugen. Das Titelbild zeigt jeweils eine Gesichtshälfte einer Schülerin und eines Schülers. Das Topthema füllten die Schüler beispielsweise mit Artikeln zur Frauenquote und zur unterschiedlichen Entlohnung von Frauen und Männern. "Wir achten sehr darauf, dass wir — genau wie in einer richtigen Zeitung — unterschiedliche Textformen verwenden", sagt Lehrerin Helga Diekhöfer, die das Redaktionsteam betreut. So schrieb die Schülerin Maren Meyer eine Glosse über Vögel, die wie im Hitchcock-Film über den Schulhof herfallen.

"Notenfrei", der Name der Schülerzeitung, steht für die Eigenständigkeit der Schülerredaktion. "Wir entscheiden, was und wie geschrieben wird", sagt Chefredakteur Kristian Schlikow. "Zensur seitens der Lehrer findet nicht statt", ergänzt seine Kollegin Jana Verführth. Noten, wie der Zeitungsname schon sagt, gibt es für das Engagement des Zeitungsteams nicht. "Lediglich die an der Schülerzeitung mitarbeitenden Zehntklässler erhalten mit ihrem Zeugnis auch ein Zertifikat mit viel Lob", erläutert Lehrerin Valérie Vauzanges.

Die Preisverleihung findet im Juni in Berlin statt. Die Schüler freuen sich schon auf die Veranstaltung und den dreitägigen Aufenthalt in der Hauptstadt. Durch den bundesweiten Sieg beim Wettbewerb lässt sich "Notenfrei" bestimmt noch besser verkaufen. Das würde nicht nur die Marketing-Abteilung freuen.

(RP/ac/jco)