Kleve: Deutsche Jobs auf der Floriade

Kleve : Deutsche Jobs auf der Floriade

Unternehmen aus dem Kreis arbeiten am NRW-Stand auf der Welt-Garten-Expo mit. Die Arbeiten sind fast zur Hälfte geschafft. Politik und Wirtschaftsförderung erkundigten sich über die grenzübergreifende Zusammenarbeit.

Starke Stahlträger halten ein kompaktes Holzkonstrukt, im Inneren trocknet der Estrich, das unterschiedlich hohe und lange, dadurch asymmetrisch angeordnete Holzdach schützt vor der extremen Witterung. Mit etwas Fantasie und der exakten Beschreibung von Paul Grote, Geschäftsführer des gleichnamigen Bedachungsunternehmens aus Weeze, konnten sich die Besucher aus dem Kreis Kleve vorstellen, wie der NRW-Stand auf der Floriade in Venlo in knapp zwei Monate aussehen wird.

Der Geschäftsführer begrüßte die Landtagsabgeordnete Margret Vosseler, den Kreiswirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers und den Weezer Bürgermeister Ulrich Francken auf der Baustelle. "Trotz der erwarteten Frostperiode können wir durcharbeiten. Vom Bauzeitenplan her gesehen stehen wir momentan kurz vor dem Bergfest", verkündete der Unternehmer. Denn in 63 Tagen wird die Floriade 2012 eröffnet.

Elf Mitarbeiter, rund ein Viertel seiner Belegschaft, pendeln bereits seit November täglich über die Grenze, um die insgesamt 100 Kubikmeter Holz an Ort und Stelle zu verarbeiten. "In unserer Werkstatt konnten wir zuvor unseren Baustoff — Lieferant ist übrigens ein Kevelaerer Händler — zuschneiden und lackieren, so dass wir vor Ort nur noch alles auf- und zusammenbauen." Gehalten werden die Holzaufbauten von langen Stahlträgern. "Dazu habe ich den Uedemer Stahlbauer Wolters mit ins Boot genommen, der immerhin 25 Tonnen Stahl angelieferte", erläutert Grote weiter. Nein, ein solches Projekt wie der Bau des NRW-Standes mit einem Volumen von 700 000 Euro sei für Grote Holzbau nicht ungewöhnlich, aber endlich mal ein Auftrag, den er fast in der Heimat seines Standortes abwickeln könne.

Für Ulrich Francken und Hans-Josef Kuypers klang diese Bestätigung wie Musik in ihren Ohren. Der Weezer Bürgermeister: "Unser grenzüberschreitendes Netzwerk trägt schon Früchte, wie wir am Beispiel eines Unternehmens aus unserer Region schließen." Rund zwei Millionen Besucher aus aller Welt kalkuliert der Veranstalter auf dem 66 Hektar großen Gelände in der deutsch-niederländischen Grenzregion, die übrigens nur alle zehn Jahre an wechselnden Standorten in Holland stattfindet.

"Eine Chance für die Wirtschaft in unserer Region", sieht auch Kuypers die Welt-Garten-Expo mit 100 nationalen und internationalen Teilnehmern. Kuypers erwartet zusätzliches Potenzial für andere Wirtschaftszweige, beispielsweise eine deutlich stärkere Auslastung für Hotellerie und Gastronomie auf deutscher Seite während der gesamten Ausstellungszeit.

Für den Bedachungsspezialisten und Betriebsinhaber aus Weeze bedeutet die Floriade vom 5. April bis 7. Oktober nur eine kurze Auszeit an der Baustelle. Danach stehen die deutschen Baufahrzeuge wieder auf dem Gelände, denn es beginnt der vereinbarte Rückbau des NRW-Standes. Grote: "Deshalb haben wir die meisten Holzverbindungen auch verschraubt und nicht vernagelt."

(RP/rl)