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Derzeit steigen auch im Kreis Kleve die Zahl der mit dem Corona-Virus infizierten Personen.

Corona im Kreis Kleve : Das passiert, wenn die Zahlen weiter steigen

Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Kleve steigt auf 42,6 – im Nachbarkreis Wesel hat sie am Dienstag bereits die Gefährdungsstufe 2 erreicht. Was würde bei uns damit in Kraft treten? Ein Überblick.

Seit Anfang der Woche gilt die Allgemeinverfügung des Kreises Kleve, in der die Corona-Gefährdungsstufe 1 festgestellt ist. Angesichts weiter steigender Zahlen stellt sich mittlerweile aber die Frage: Überschreitet der Wert in dieser Woche sogar die 7-Tage-Inzidenz von 50? Der Nachbarkreis Wesel hat die Marke am Dienstag durchbrochen und liegt bei 50,9. Im Kreis Kleve ist der Wert zur gleichen Zeit auf 42,6 angestiegen. Während die Kreise Borken und Viersen auch noch unter der kritischen Marke liegen, ist das gesamte Ruhrgebiet mittlerweile Risikogebiet.

Die Behörden im Kreis Kleve bereiten sich auf alle möglichen Szenarien vor. Während in Duisburg gar 15 Soldaten der Bundeswehr bei der telefonischen Kontaktpersonen-Nachverfolgung helfen (dort liegt die Inzidenz bei 93,8), hat sich bei uns bisher eine andere Praxis bewährt: Kommunen helfen dem Kreis Kleve dabei, mögliche Kontaktpersonen nachzuverfolgen. „Dadurch haben wir eine ganz andere Schlagkraft und sind handlungsfähig“, sagt Kreissprecherin Ruth Keuken. Entsprechende Vereinbarungen gibt es bereits mit Kevelaer, Geldern, Rees, Goch und Emmerich. Zum 1. November soll aller Voraussicht nach auch die Stadt Kleve hinzukommen, dort gibt es bereits eine Absichtserklärung.

Falls die 7-Tage-Inzidenz von 50 überschritten wird, beginnt für den Kreis Kleve auch bürokratisch eine neue Phase. Denn dann müsste eine neue Allgemeinverfügung erlassen werden, die die Gefährdungsstufe 2 feststellt. Der Kreis Kleve wäre offiziell Corona-Risikogebiet mit den entsprechenden Regel-Verschärfungen. Dann wären bei Veranstaltungen innen und außen maximal 100 Personen zulässig; es sei denn, die zuständige Behörde lässt Ausnahmen auf Basis eines besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes zu. Gastronomischer Betrieb und der Verkauf alkoholischer Getränke wäre von 23 Uhr bis 6 Uhr verboten. An Festen aus herausragendem Anlass, wie etwa Hochzeiten, außerhalb einer Wohnung dürften höchstens zehn Personen teilnehmen. Und in der Öffentlichkeit dürften sich außerhalb von Familien und Personen zweier Hausstände nur noch Gruppen von höchstens fünf Personen treffen.

Und für alle Maßnahmen gilt: Je mehr das öffentliche Leben eingeschränkt werden würde, desto mehr müsste dann im Zweifel auch kontrolliert werden. Etwa, ob Kneipen tatsächlich um 23 Uhr schließen. Zusätzlicher Aufwand für die Ordnungs- und Gesundheitsämter. Und: Bis es im Kreis Kleve so weit ist, könnte bereits die Justiz in Erscheinung getreten sein. Ein Düsseldorfer Gastronom will mit Hilfe des Branchenverbands Dehoga vor dem Oberverwaltungsgericht Münster die NRW-weite Sperrstunde in besonders von Corona betroffenen Regionen kippen. Für den Gastronomen ist die Sperrstunde unverhältnismäßig. Ob sich Menschen wirklich in Bars anstecken könnten, die unter Coronaschutz-Bedingungen betrieben werden, sei fraglich, argumentieren er und die Dehoga. Inhaltlich ähnliche Klagen seien in anderen Bundesländern gut für die Gastronomen ausgegangen. Die Dehoga hat dem Wirt schon eine Kanzlei zur Seite gestellt.