Der Tag der offenen Gartentür im Kreis Kleve ist am 30. Juni

Gartenschau im Kreis Kleve : Eintauchen in fremde Gartenwelten

Beim „Tag der offenen Gartentür“ können am Sonntag, 30. Juni, 15 Gärten im Kreisgebiet besichtigt werden. Die Größen reichen von 100 bis mehr als 5000 Quadratmeter. Eine bemerkenswerte Vielfalt wird geboten.

Ein Garten ist immer auch etwas Privates, ein Rückzugsbereich, der nicht jedem offen steht. Beim „Tag der offenen Gartentür“ ist das ausdrücklich anders. Am Sonntag, 30. Juni, findet diese bundesweite Aktion zum 16. Mal statt, im Kreis Kleve koordiniert vom Kreisverband Kleve für Heimatpflege in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft „Offene Gärten im Kleverland“. 15 Gartenbesitzer (siehe Info-Kasten) laden zwischen 11 und 18 Uhr dazu ein, einen Blick in ihre Pflanzenpracht zu werfen und über Fragen rund um den Garten zu sprechen.

Darunter sind Inge und Paul Lambert aus Geldern-Lüllingen. Sie verleihen ihrem Garten, dessen Zentrum ein großer Teich bildet, mit Kunstwerken zusätzliche Attraktivität. Die berufliche „Vorbelastung“ des Hausherrn als Architekt und Stadtplaner floss in die Gestaltung des Areals ein. Und Inge Lambert holte, als alle drei Kinder aus dem Haus waren, das Studium der Kunstgeschichte nach und hatte ihre erste Ausstellung vor etwa 15 Jahren. „Toll, die Natur als Kulisse für die Kunst zu nehmen“, meint Josef Jörissen, der stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbands für Heimatpflege. In einem grünen Garten, ergänzt Paul Lambert, komme die Kunst besser zur Geltung.

Ein Gesprächsthema am Sonntag werden sicherlich auch die Mühen sein, die mit dem Anlegen und der Unterhaltung eines Gartens verbunden sind. Die Lamberts wohnen seit 38 Jahren in ihrem Haus in Lüllingen. „Es ist hier ein schwieriger Boden, wir haben viel Lehrgeld bezahlt“, berichtet Inge Lambert über ihre Erfahrungen. Ständig werde etwas geändert. Elemente wie ein Teehaus und ein Pavillon sind mit der Zeit dazugekommen.

Der „Tag der offenen Gartentür“ sei nicht als Wettbewerb zu betrachten, sondern er solle nur die Freude am Gärtnern fördern, betont Jörissen. Es ist eine Art private Gartenschau.  Bauern- und Blumengärten sowie naturnahe Gärten in den Größen von 100 bis zu mehr als 5000 Quadratmeter können besichtigt werden. Gleichgesinnte treffen sich. Es findet ein Ideenaustausch unter Gärtnern statt. Man unterhält sich über Pflanzenarten und deren Sorten. Geheimtipps werden ausgetauscht, Bezugsquellen verraten. Mancher Steckling oder Ableger wechselt den Besitzer.

Man bespricht Probleme der Vermehrung, der Düngung und Überwinterung von Pflanzen, und natürlich geht es auch um das Wetter im Allgemeinen oder um Schwierigkeiten  mit Schnecken, Wühlmäusen, Blattläusen oder den Mehltaubefall im Besonderen. Weitere Themen sind zum Beispiel Gartenwege, Sitzecken, Stützmauern, Sichtschutzelemente, Gartenmöbel oder die räumliche Aufteilung. Auch die Themen „Kunst oder Tiere im Garten“ spielen laut Kreisverband eine immer größere Rolle.

Faszinierend ist der „Tag der offenen Gartentür“ aber auch, weil die Gärten allein schon dank der großen Pflanzenvielfalt genauso viel verschiedene Gesichter haben wie Motivationen, aus denen sie entstanden sind. Ob zum Anbau von Nutzpflanzen oder als Prestigeobjekt oder um eine ganz private Oase zu schaffen: Gärten begleiten die Menschheit, und sie üben auf viele eine große Faszination aus. Der Garten erlebt derzeit eine Art Renaissance, ist der Kreisverband überzeugt. Er ist wieder „in“.

War der Blick in Nachbars Garten bislang jedoch verwehrt, besteht heutzutage beim „Tag der offenen Gartentür“ die Möglichkeit, in ausgewählte „fremde Welten“ einzutauchen.