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Kleve: Der Mauerfall von Kleve

Kleve : Der Mauerfall von Kleve

Mit dem Durchbruch zwischen den bestehenden Ausstellungsräumen und dem Katharina-von-Kleve-Saal geht der Umbau des Museum Kurhaus auf die Zielgerade. Am 9. September findet die feierliche Wiederöffnung statt.

Dieser Weg war kein leichter. Da waren sich wohl alle Beteiligten einig, als sie gestern den bisher wichtigsten Schritt hin zur großen Neueröffnung des Museum Kurhaus gingen: Mit dem erfolgten Durchbruch ist der neue Katharina-von-Kleve-Saal fortan direkt mit den bereits bestehenden Ausstellungsräumen des Museums verbunden. "Das ist ein ganz historischer Moment, auf den fast alle Klever sich freuen und auf den sie gewartet haben", sagte Bürgermeister Theo Brauer.

 Bürgermeister Theo Brauer und Guido de Werd reißen gemeinsam die Mauer zum Katharina-von-Kleve-Saal ein. Zum Schutz ist die Minerva im Hintergrund verhüllt.
Bürgermeister Theo Brauer und Guido de Werd reißen gemeinsam die Mauer zum Katharina-von-Kleve-Saal ein. Zum Schutz ist die Minerva im Hintergrund verhüllt. Foto: Gottfried Evers

Und ein ganz besonderer Moment für Drs. Guido de Werd, der die erste Ausstellung im "neuen" Museum Kurhaus kuratiert und damit Bilanz seiner vierzigjährigen Arbeit in Kleve zieht. "Als der Bürgermeister neu im Amt war, habe ich ihm gesagt, dass die Erweiterung des Museums uns immer noch wie ein Mühlenstein um den Hals hängt", so de Werd. Auf dem langen Weg hin zur Realisierung habe es auch Ärger und Krach gegeben. "Aber die Mühe hat sich gelohnt. Wir haben gemeinsam ein wunderbares Ergebnis geschaffen", sagte der langjährige Leiter des Museums.

Bei der Eröffnung 1997 haben nur zwei Teile des Kurhaus-Komplexes in vollem Umfang zur Verfügung gestanden: das Badhotel und die Wandelhalle von 1871. Im dritten und ältesten Teil, dem Friedrich-Wilhelm-Bad von 1845, hatte damals noch das Stadtarchiv seinen Sitz. Erst mit dessen Umzug 2006 ergab sich die Möglichkeit, auch diesen Teil des Gebäudes museal zu nutzen. Die Planung für die Erweiterung des Museums übernahm Prof. Walter Nikkels mit Dieter Willinek und Ingrid van Hüllen zusammen. Nikkels hatte bereits die Konzeption der Eröffnung 1997 übernommen. Etwa 700 Quadratmeter erhält das Museum Kurhaus zusätzlich. Das entspricht ungefähr einem Drittel mehr Ausstellungsraum. Die Realisierung des Neubaus war unter anderem auch durch Spenden des Freundeskreises und der Klever Bürgerschaft möglich geworden.

Im Zentrum steht die Wiederherstellung des Ateliers von Joseph Beuys. In den Räumen des Friedrich-Wilhelm-Bades erfand sich Beuys als Künstler neu. Somit bietet das Kurhaus neben der Kunstakademie in Düsseldorf die letzte authentische Wirkungsstätte des Künstlers in NRW, die öffentlich zugänglich ist. Der acht Meter hohe Katharina-von-Kleve-Saal mit Parkettboden und Oberlicht an der Rückseite des Bades dient zur Präsentation der Sammlung mittelalterlicher Skulptur. Vom Saal aus hat man ebenfalls einen guten Blick auf den neuen Innenhof am Waldhang, in dem sowohl Empfänge als auch Skulpturenausstellungen denbkar sind. "Ideen haben wir schon viele, verraten werden wir jetzt aber noch nichts", sagte Dr. Roland Mönig vom Museum Kurhaus. Dass das erweiterte Museum ein voller Erfolg wird, glaubt auch der Bürgermeister: "Das wird nicht nur in Europa, sondern auch in der gesamten Welt Beachtung finden."

(lukra)