Kleve: Der Kunstacker für alle

Kleve: Der Kunstacker für alle

Das Kunst-Acker-Projekt mitten in der Klever City nimmt konkrete Formen an. Die Bühne für Vorführungen steht und auch die Gartengestaltungen ist erkennbar. In den nächsten Tagen soll ein Banner auf die Aktion hinweisen.

Dill wird dort wachsen, Klatschmohn und Koriander, der schöne Rittersporn ebenso wie Kümmel oder Linsen. Nicht zu vergessen Bohnen. Deren Gestell steht schon kunstvoll filigran am oberen Ende der Koekkoek-Stege. Das einst verlotterte Grundstück neben dem Klever B.C.-Koekkoek-Haus inmitten der Stadt ist aufgeräumt und es wird emsig gewerkelt auf dem schmalen langen Stück Land, von dem aus man weit über Koekkoekplatz und Wallgrabenzone auf die Unterstadt gucken kann. Erste Wege sind bereits angelegt, ein schick geschwungenes Hochbeet wartet darauf, gefüllt zu werden, eine Kräuterspirale wird aus Fundsteinen aus dem Grundstück gelegt und soll später die richtigen Kräuter liefern.

Susanne Greven macht das einst vermüllte Grundstück urbar. Links die alte Koekkoek-Stege. Foto: Evers, Gottfried

Der Bildhauer Max Knippert hatte das Stück Garten-Kunst "Kunst-Acker" noch Winter begonnen, begann zu roden. Von der zunächst gewünschten, steilen Rampe, die direkt vom Koekkoekplatz in der Verlängerung der Wallgrabenzone hinaufziehen sollte, musste sich Knippert allerdings verabschieden. Die Mauer, die neben der einstigen Gastwirtschaft "Zum Kurfürsten" den Garten abschloss, stand im Weg. Sie stört auch noch den Blickkontakt von unten nach oben: Denn während man vom Pavillon herunter über die Unterstadt hinwegsehen kann, verfängt sich in Gegenrichtung der Blick an der Mauer. Knippert möchte schon ein Stück von der Krone abreißen, um die Bezüge der Aktion in die Stadt hinein deutlicher zu machen. Der Zugang wird dann über die einstige Gartenpforte gegenüber Haus Koekkoek sein.

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Bis jetzt ist von unten lediglich der Pavillon sichtbar — aber auch das wird sich in den kommenden Tagen ändern. Dann soll das Gestell, das einst die Skulptur der Göttin Minerva im Garten von Haus Koekkoek hielt, hinauf auf den Kunst-Acker. Daran wird ein Banner befestigt, das weit verkündet: "Wir sind die Stadt". Denn Knippert möchte die Stadt — also möglichst viele Bürger — in das Kunst-Acker-Projekt einbinden. So ist der Acker frei zugänglich, soll man später dort durch den Garten flanieren können. Zudem möchte Knippert nach der Ernte mit den dort gewonnenen Früchten für die Klosterpforte kochen. Eröffnet werden soll der Kunst-Acker am 23. Juni.

Bis dahin haben die Gärtner das Regiment übernommen — Klaus Junge, der Gartendesigner, Susanne Greven und Peter Kleeberg werden die Beete fertigmachen. Sie haben die Beete vorbereitet, bauen an der Kräuterspirale, wollen eine Wiese mit leuchtenden Lupinen anlegen, die man von unten sehen wird, wenn die Mauer ein Stückchen niedriger ist. Der Salat — von einem Freund gespendet — steht in Holzkistchen schon bereit, in die Beete gesetzt zu werden, derweil Knippert den Weg weiter auskoffert, der von oben nach unten führen wird.

(RP/rl)