Erntedank in Warbeyen Bunter Höhepunkt bei strahlender Sonne

Kleve-Warbeyen · In Warbeyen fand der traditionelle Erntedankumzug bei schönem Herbstwetter als Höhepunkt des Festwochenendes statt. In diesem Jahr ist Marie Bröcheler die Erntekönigin. Ein Thema des Umzugs war die aktuelle Energiekrise.

 Die Energiepreise sind zu hoch. Darum wurde die Warbeyener Erntekönigin von sechs Männern durch den Ort gezogen.

Die Energiepreise sind zu hoch. Darum wurde die Warbeyener Erntekönigin von sechs Männern durch den Ort gezogen.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Nach der Erntedankdisco und der Partytime „Warbeyen live“ trafen sich die Teilnehmer des Erntedankumzuges zum Höhepunkt des Festwochenendes am Hermesplatz. Von dort aus startete der Zug durch die Straßen des Klever Ortsteils.

Vor dem Auftakt wurden die Wagen gesegnet, bevor sich der Erntedankumzug in Bewegung setzte. Vor zahlreichen Zuschauern zog er zunächst der B 220 entgegen. „Energiepreise so hoch wie nie, darum ziehen wir unsere Erntekönigin Marie“, so lautete das Motto des Wagens, auf dem die Königin thronte. Sie ließ sich von sechs Männern, die auf ihren Rücken eine Solarpaneele aus Papier befestigt hatten, durch die Straßen ziehen, anstatt mit einem Traktor zu ziehen. An der Deichsel befand sich für jeden der Männer eine Halterung. Hierhin hatte man die benötigte Erfrischung für den kräftezehrenden Weg gesteckt:  eine Flasche Bier. Hinter dem Wagen der Königin fuhren Kinder mit ihren Kettcars sowie Mütter auf E-Bikes mit ihren Nachwuchs im Anhänger. „Ernteköniginnen in spe, fahren in „E“, so lautete ihre Devise.

Eine Kapelle aus den Niederlanden sorgte für beste musikalische Unterhaltung während des Umzugs. Sie präsentierte etliche Schlager  vergangener Jahrzehnte. „Schön ist es auf der Welt zu sein“, dieser Song von Roy Black und Anita passte an diesem Sonntagnachmittag zum Paradiesdorf Warbeyen wie die Biene zur Blume. Die Warbeyener Alte Herren-Mannschaft zog mit einem schönen, großen Blumenwagen mit und will sämtliche trockene Pflanzen bewässern. Auch etliche alte Traktoren tuckerten über die Straßen. Auf einem Anhänger befanden sich verdorrte Maispflanzen als Symbol für den Klimawandel und die vergangenen heißen Dürrewochen. „Der Sommer ohne Regen“, stand passend neben dem Mais auf einem Plakat. „Von Osten bis zum Westen, Warbeyens Erdbeeren sind die besten“, war das Motto einer Gruppe, die einen Anhänger voll mit roten Erdbeeren aus Pappe herrlich geschmückt hatte. Rund um Warbeyen gibt es viele Hektar Land, auf denen diese begehrten Feldfrüchtchen angebaut werden.

Die Jugendgruppe Warbeyen hatte sich als Devise ausgesucht: „Der Bauer pflegt Euter, der Jäger rührt die Kräuter“. Zwischendurch tauchten immer wieder Oldtimer-Trecker auf. „Storche wieder da, Glück im nächsten Jahr“ stand auf einem Schild, dass an einem dieser alten Schätzchen angebracht war. Die Nachbarschaft Schaar sorgte sich mit dem Hinweis „Pegelstand am Rhein schränkt die Schifffahrt ein“. Sie fuhren mit einem Boot auf dem Anhänger durchs Dorf. Die Huiskampstraße kümmerte sich um Bio-Gas-Ernte und die Erntevielfalt im Paradies. Der Wagen war vollgeladen mit Obst, Früchten, Nüssen, Getreide, Kartoffeln sowie Kürbissen.

Der Heimatverein Warbeyen mit dem Erntekomitee an Bord hatte ein besonderes Motto: „Wunderbare Insekten groß und klein, finden ihr paradiesisches Heim ganz fein“. Das Dorfkind fuhr allein durch die Straßen und verwies auf die Corona-Zeit „Lockdown im ganzen Land, Dorfkind fand es entspannt“.

Rund eineinhalb Stunden dauerte der Erntedankumzug und der einhellige Tenor der anwesenden, zufriedenen Zuschauer lautete: Das war ein kleiner, aber feiner Erntedankumzug. Schon während er durch die Straßen zog, konnten sich die Gäste im Festzelt mit Kaffee und Kuchen stärken. Marie Bröcheler hatte nicht nur die Aufgabe das Paradiesdorf Warbeyen zu präsentieren, sondern war auch als Glücksfee bei der großen Tombola aktiv.  Am Ende besuchten etliche Teilnehmer noch das Zelt, wo am Abend das DJ Team von „Verdamp lang her“ nochmals für reichlich Stimmung sorgte. Zum Feiertag am Montag präsentierten die Organisatoren eine große Zirkusshow mit dem Clown Marcel. Die Kinder kamen hier voll auf ihre Kosten: Tombola, Hüpfburg, Karussell, Schießbude und noch einiges mehr waren aufgebaut. Das Erntedankfest klang mit einem Dämmerschoppen aus. Zum Finale wurde dann noch der Kartoffelkönig ausgeschossen.

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