Unsere Seelsorger - Pastor Theodor Janssen: Der Erbauer von Christus König

Unsere Seelsorger - Pastor Theodor Janssen: Der Erbauer von Christus König

Auf der Seite "Gott und die Welt" beginnt heute die neue Serie "Unsere Seelsorger". Es wird auf das Leben und Wirken der verstorbenen Geistlichen aus den Pfarrgemeinden des Nordkreises Kleve zurückgeblickt.

Er war eine Institution, ein Urgestein der Klever Oberstadtpfarre Christus König in Kleve: Pfarrer Theodor Janßen, der von 1949 bis 1979 Pastor in dieser Gemeinde war. "Er war der Vater seiner Pfarrfamilie", sagt rückblickend Norbert Lützenkirchen, der ihn über Jahrzehnte begleitete. Der ehemalige Schriftsetzer lernte die Energie und Zielstrebigkeit des Pastors, seine Vitalität und sein Engagement, vor allem seinen persönlichen Einsatz für die Menschen in seiner Pfarrgemeinde und über deren Grenzen hinaus, kennen. Theodor Janßen wurde am 12. Mai 1905 in Goch geboren. Im "Haus zu den Fünf Ringen" wuchs er auf. Nach dem Abitur in Kleve, dem Studium in Münster und Freiburg, empfing er am 23. Februar 1929 im Dom zu Münster die Priesterweihe. Er begann seine seelsorgliche Tätigkeit als Kaplan in Homberg, ab 1936 in Duisburg-Hamborn, wo er auch als Religionslehrer an der Realschule unterrichtete.

Pastor Theodor Janßen (1905 - 1986) war von 1949 bis 1979 Pfarrer von Christus-König in Kleve. Foto: privat

Sein Wirken in Kleve begann er 1949 als Pfarr-Rektor an Christus-König. Am 17. September 1950, nach Erhebung des Rektorats zur selbstständigen Pfarre, wurde er erster Pastor in der Klever Oberstadt. Am 1. Mai 1986 starb er im Alter von 81 Jahren und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Goch. Was zeichnete diesen Priester, der mit dem Ratsbeschluss vom 23. März 1979 Ehrenbürger der Stadt Kleve wurde, besonders aus? Da waren etwa seine "Sprechstunden". Generell konnte man Pastor Janßen zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichen, aber im Wartezimmer des Pfarrhauses fanden sich in der armen Zeit regelmäßig hilfesuchende, einfache Menschen ein, die vom Pastor mit Schuhen oder Lebensmitteln beschenkt wurden. "Theodor Janßen war ein treuer Diener seiner Kirche", sagt Norbert Lützenkirchen, "die Messen und Andachten trugen stets seinen Stempel". Seine überlangen Predigten, nicht selten bis zu dreißig Minuten, endeten mit: "So segne Euch und all Eure Lieben daheim und draußen...". Im Bistum galt er als "Kaplanserzieher", viele Geistliche kamen bei ihm "in die Lehre". Seinen Urlaub verbrachte der Pastor gerne in Bad Wörishofen. Einen besonderen Umgang pflegte er mit den "Laien". Er besuchte "seine" Kranken.

Zum Silbernen Priesterjubiläum am 23. Februar 1954 verlässt Pastor Janßen das Pfarrhaus. Foto: ""
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Immer wieder entwickelte er eine rege Bautätigkeit. Er wirkte in der Notkirche, in der neuen Christus-König-Kirche und im Liebfrauenheim. Insgesamt errichtete er unter anderem drei Kindergärten, das Pfarrhaus, die Bücherei, die "Heimstatt Christus-König", die Altentagesstätte und segnete das neue Altar- und Turmkreuz. Seinen Lebensabend verbrachte Pastor Janßen in Kranenburg. "Sein Priestertum war geprägt von einer tiefen Frömmigkeit und einem Glauben zu Christus, dem König, sowie einem innigen Vertrauen zur Fürsprache der Gottesmutter Maria", heißt es in einem Nachruf.

Empfang der Fatima-Madonna (um 1956) in der Klever Oberstadtpfarre Christus-König. Foto: ""
(RP)
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